SpaceX will seine Riesenrakete Starship zum ersten Mal in eine vollständige Erdumlaufbahn schicken. Der 14. Testflug ist für Montag, 28. September 2026, geplant, das Startfenster öffnet um 14:15 Uhr deutscher Zeit (7:15 Uhr Ortszeit in Texas) und bleibt 75 Minuten offen. Im Frachtraum liegen 26 Satelliten der dritten Starlink-Generation. Alle 13 bisherigen Flüge waren bewusst suborbital – das Schiff kehrte also zurück, bevor es eine volle Erdumrundung schaffen konnte.

Ursprünglich war der Start für den 22. September vorgesehen, SpaceX hat ihn um knapp eine Woche verschoben.

Wie läuft der Flug ab?

Nach dem Start in Starbase im Süden von Texas trennt sich die Oberstufe (Ship 41) nach wenigen Minuten vom Booster (Super Heavy B21). Laut Missionsbeschreibung läuft der Flug dann so ab:

  • Orbit: Das Schiff erreicht eine Umlaufbahn in rund 275 Kilometern Höhe (171 Meilen).
  • Reiseflug: Knapp zehn Stunden bleibt Starship im All und umrundet die Erde dabei etwa sechsmal.
  • Nutzlast: In dieser Phase werden die 26 Starlink-V3-Satelliten ausgesetzt.
  • Rückkehr: Mit einem einzelnen Triebwerk leitet das Schiff den Wiedereintritt ein und soll im Pazifik westlich von Chile wassern. Das Anflugmanöver soll dabei einen späteren Fang durch die Arme des Startturms simulieren.
  • Booster: Super Heavy landet diesmal nicht im Turm, sondern wassert wenige Minuten nach dem Start im Golf von Mexiko.

Dass das Schiff gleich nach dem ersten Orbit wieder heruntergebracht wird, ist kein Zufall: Ein Raumfahrzeug dieser Größe, das die Kontrolle verliert, wäre in einer dauerhaften Umlaufbahn ein Risiko. Deshalb ist der gezielte Wiedereintritt mit nur einem Triebwerk einer der wichtigsten Punkte des Tests.

Starship: Flight 13 und Flight 14 im Vergleich
Grafik: dasTECHNO · Daten: SpaceX, Space.com, Engadget, Universe Magazine

Die dritte Starlink-Generation ist deutlich größer als die bisherigen Satelliten und passt nicht mehr in die Falcon 9 – sie braucht Starship. Nach SpaceX-Angaben bringt jeder V3-Satellit 1 Tbit/s Downlink-Kapazität ins Netz, rund zehnmal so viel wie ein V2-Satellit; beim Uplink ist es laut Engadget etwa das 22-Fache. Mit 26 Satelliten kämen auf diesem Flug rechnerisch 26 Tbit/s hinzu.

Beim 13. Flug im Juli hatte Starship bereits 20 V3-Satelliten ausgesetzt. Weil der Flug suborbital war, verglühten sie jedoch kurz darauf in der Atmosphäre. Diesmal sollen die Satelliten erstmals Teil der aktiven Konstellation werden.

Kurzfristig nichts Messbares: 26 Satelliten sind ein kleiner Teil eines Netzes mit mehreren tausend Einheiten. Mittelfristig ist Starship aber der Schlüssel für mehr Kapazität. Mehr Bandbreite pro Satellit kann Engpässe in dicht gebuchten Regionen entschärfen – ob und wann sich das in Tarifen oder Geschwindigkeiten in Deutschland niederschlägt, hat SpaceX nicht gesagt.

Politisch ist das Thema ohnehin präsent: Bei der jüngsten Debatte über das Recht auf Internet wurde im Bundestag auch nach der Abhängigkeit abgelegener Orte von Starlink gefragt. Mit einem funktionierenden Starship würde der Vorsprung von SpaceX gegenüber europäischen Projekten wie IRIS² eher noch wachsen.

Ist der Start sicher?

Nein, der Termin ist ein Ziel. Die Generalprobe (Wet Dress Rehearsal) mit vollständiger Betankung, aber ohne Zündung der Triebwerke, hat SpaceX am 24. September abgeschlossen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat zwar eine Luftraumsperrung bis zum 7. Oktober veröffentlicht, die eigentliche Startlizenz hatte sie laut Berichten vom 24. September aber noch nicht erteilt. Dazu kommen die üblichen Unwägbarkeiten wie Wetter und technische Abbrüche – bei Flight 13 brauchte es drei Anläufe.

Rückblick: Was passierte bei Flight 13?

Flight 13 startete am 24. Juli 2026 im dritten Versuch. Am 16. Juli hatte die Automatik den Start im letzten Moment abgebrochen, weil vier Triebwerke nicht zündeten, am 23. Juli verhinderte Wetter den Start. Im Flug zündeten dann alle 33 Triebwerke des Boosters. Das Schiff setzte die 20 Satelliten aus und wasserte Berichten zufolge so sanft wie noch nie im Indischen Ozean. Der Booster dagegen ging verloren: Bei der Landezündung liefen nicht alle Triebwerke stabil, er schlug zu hart auf dem Wasser auf.

Start eines Starship-Testflugs im November 2024, fotografiert von der Internationalen Raumstation
Foto: NASA (gemeinfrei) – Starship-Flug 6 aus Sicht der ISS

Einordnung

Ein gelungener Orbitalflug wäre der Übergang von der Testphase zu echten Einsätzen. Für SpaceX ist das doppelt wichtig: Starship soll nicht nur Starlink ausbauen, sondern in einer angepassten Version auch für die NASA-Mondmission Artemis Astronauten auf dem Mond absetzen. Dafür muss das System zuverlässig in den Orbit kommen und dort betankt werden können. Wie ernst das Thema Raumfahrt-Infrastruktur inzwischen genommen wird, zeigt auch Googles Plan, KI-Chips testweise im Orbit zu betreiben.

Den Start überträgt SpaceX üblicherweise live auf der eigenen Website und auf X. Wir haben den Flug nicht selbst begleitet; alle Angaben beruhen auf der SpaceX-Missionsseite und den genannten Berichten.

Häufige Fragen

Wann startet Starship Flight 14 in deutscher Zeit?

Geplant ist Montag, 28. September 2026, mit einem Startfenster von 14:15 bis 15:30 Uhr MESZ. Verschiebungen sind möglich.

Warum ist dieser Flug besonders?

Es ist der erste Starship-Flug, der eine vollständige Umlaufbahn erreichen soll. Alle bisherigen 13 Flüge waren suborbital.

Wie viele Satelliten transportiert Starship?

26 Starlink-Satelliten der dritten Generation, die dauerhaft im Netz bleiben sollen.

Wird der Booster wieder im Turm gefangen?

Nein. Super Heavy soll diesmal im Golf von Mexiko wassern, ein Turm-Fang ist nicht geplant.

Titelbild: Jenny Hautmann, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (Aufnahme von 2023, symbolisch).