Wie lange ein Smartphone mit Updates versorgt wird, entscheidet mit darüber, wie lange Sie es sicher nutzen können. Ein Gerät ohne Sicherheitspatches funktioniert zwar weiter, bekannte Lücken bleiben dann aber offen – beim Online-Banking oder bei Messengern ein echtes Risiko. Die gute Nachricht: Die Update-Zeiträume sind in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen, und seit Juni 2025 gibt es in der EU erstmals eine gesetzliche Untergrenze. Dieser Vergleich zeigt, was Google, Samsung, Apple und andere Hersteller zusagen (Stand: September 2026) und worauf Sie beim Kauf achten sollten.
Welche Arten von Updates gibt es?
Bevor es um Jahreszahlen geht, lohnt ein Blick auf die Begriffe, denn Hersteller zählen nicht immer dasselbe:
- Betriebssystem-Upgrades (Versions-Updates): der Sprung auf eine neue Hauptversion, etwa von Android 16 auf Android 17 oder von iOS 26 auf iOS 27. Sie bringen neue Funktionen und oft ein neues Design.
- Sicherheitsupdates (Patches): schließen bekannt gewordene Lücken, meist ohne sichtbare Neuerungen. Bei Android erscheinen sie monatlich, quartalsweise oder halbjährlich – je nach Modell.
- Funktions-Updates zwischendurch: Google verteilt etwa mit den „Pixel Drops“ neue Funktionen auch außerhalb der großen Versionssprünge.
Für die Sicherheit sind die Patches entscheidend. Ein Gerät, das keine neue Android-Version mehr bekommt, aber weiter Sicherheitsupdates erhält, können Sie in der Regel bedenkenlos weiterverwenden.
Wie lange bekommen Google-Pixel-Smartphones Updates?
Google war 2023 der erste große Android-Hersteller, der sieben Jahre zusagte. Laut der Pixel-Hilfe erhalten alle Modelle ab dem Pixel 8 – also auch Pixel 8a, die Pixel-9-, Pixel-10- und Pixel-11-Reihe sowie die Fold-Modelle – sieben Jahre lang Betriebssystem- und Sicherheitsupdates. Die Pixel-6- und Pixel-7-Generation sowie das erste Pixel Fold bekommen fünf Jahre.
Wichtig ist der Startpunkt: Google zählt ab dem Tag, an dem das Gerät erstmals im US-amerikanischen Google Store erhältlich war – nicht ab Ihrem Kaufdatum. Wer ein Pixel erst ein Jahr nach Marktstart kauft, hat also noch rund sechs Jahre vor sich. Für die Pixel-6-Reihe, die im Oktober 2021 erschien, läuft die Garantie demnach ab Oktober 2026 aus. Besitzer eines Pixel 6 oder 6 Pro sollten sich daher jetzt mit einem Wechsel beschäftigen.
Wie lange bekommen Samsung-Galaxy-Smartphones Updates?
Samsung hat seine Zusagen mehrfach erweitert. Mit der Galaxy-S24-Reihe kündigte der Konzern Anfang 2024 sieben Generationen von Android- und One-UI-Upgrades sowie sieben Jahre Sicherheitsupdates an. Das gilt seither auch für die Nachfolger S25 und S26 sowie für die Foldables der Galaxy-Z-Reihe.
In der Mittelklasse sind es inzwischen sechs Jahre: Für Galaxy A56, A36 und A26 nennt Samsung sechs Android-Generationen und sechs Jahre Sicherheitsupdates. Auch günstige Modelle wie das Galaxy A16 fallen unter diese Regel. Ältere A-Modelle haben kürzere Zusagen – prüfen Sie beim Kauf eines Vorjahresmodells daher genau, welche Generation Sie bekommen.
Wie oft Patches kommen, veröffentlicht Samsung auf seiner Sicherheitsseite:
| Rhythmus | Beispiele (laut Samsung, Stand September 2026) |
|---|---|
| Monatlich | Galaxy S23 bis S26 inkl. FE-Modelle, Galaxy Z Fold5 bis Fold8, Z Flip5 bis Flip8 |
| Quartalsweise | Galaxy S22-Reihe, viele A-Modelle (u. a. A16/A17, A25/A26, A35 bis A37) |
Monatliche Updates sind nicht automatisch „besser“ – entscheidend ist, dass kritische Lücken zeitnah geschlossen werden. Bei Quartals-Updates kann es aber länger dauern, bis ein Patch ankommt.
Wie lange bekommen iPhones Updates?
Apple verzichtet traditionell auf feste Versprechen. Eine offizielle Zahl gibt es erst, seit Großbritannien mit dem PSTI-Gesetz Herstellerangaben verlangt: In der Konformitätserklärung für das iPhone 15 Pro Max nennt Apple als Support-Zeitraum mindestens fünf Jahre ab dem ersten Verkaufstag. Das ist auf dem Papier weniger als bei Google und Samsung.
Die Praxis sieht großzügiger aus. Laut Apple-Support läuft iOS 27 auf dem iPhone 11 und dem iPhone SE der 2. Generation. Das iPhone 11 kam im September 2019 auf den Markt – es erhält also im siebten Jahr noch die aktuelle Hauptversion, genau wie schon mit iOS 26. Zusätzlich liefert Apple für ältere iOS-Versionen oft noch eine Zeit lang Sicherheitspatches nach.
Eine Einschränkung gibt es: Nicht jedes kompatible iPhone bekommt alle Funktionen. Apple Intelligence setzt etwa ein iPhone 15 Pro oder neuer voraus. Wer ohnehin über ein neues Modell nachdenkt, findet die aktuellen Preise in unserem Überblick zum iPhone 18 Pro in Deutschland.
Und die anderen Hersteller?
Die Spanne ist groß. Einige Beispiele:
- Fairphone gilt als Vorreiter. Das niederländische Unternehmen gibt für das Fairphone 5 mindestens acht Jahre Software-Unterstützung an, für das Fairphone (Gen. 6) Updates bis 2033.
- Xiaomi, Motorola, OnePlus, Oppo und andere machen je nach Modell sehr unterschiedliche Zusagen; Oberklassegeräte bekommen meist deutlich länger Updates als Einsteigermodelle. Hier lohnt der Blick auf die Produktseite oder das Datenblatt des konkreten Modells.

Übersicht: Update-Zusagen im Vergleich
| Hersteller / Reihe | Zugesagte Dauer | Gezählt ab | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Google Pixel ab Pixel 8 | 7 Jahre OS- und Sicherheitsupdates | Start im US-Google-Store | Pixel 6/7: 5 Jahre |
| Samsung Galaxy S ab S24, Z-Foldables | 7 Android-Generationen, 7 Jahre Sicherheit | Marktstart | monatliche Patches |
| Samsung Galaxy A56, A36, A26, A16 | 6 Android-Generationen, 6 Jahre Sicherheit | Marktstart | meist quartalsweise Patches |
| Apple iPhone | mindestens 5 Jahre Sicherheitsupdates (offiziell) | erster Verkaufstag | iOS 27 läuft noch auf dem iPhone 11 (2019) |
| Fairphone (Gen. 6) | Updates bis 2033 | – | längste Zusage im Markt |
| EU-Mindestpflicht (Neugeräte ab 20.6.2025) | 5 Jahre | Verkaufsende des Modells | gilt für alle Hersteller |
Alle Angaben laut den Herstellern bzw. der EU-Kommission, Stand September 2026. Die Tabelle beruht auf offiziellen Angaben; wir haben die Geräte nicht selbst ausprobiert.
Was schreibt die EU seit Juni 2025 vor?
Seit dem 20. Juni 2025 gilt die EU-Ökodesign-Verordnung (EU) 2023/1670 für Smartphones und Tablets. Für Modelle, die ab diesem Tag neu auf den EU-Markt kommen, schreibt sie unter anderem vor:
- Betriebssystem-Updates für mindestens fünf Jahre ab dem Tag, an dem das letzte Gerät des Modells verkauft wurde – nicht ab dem Marktstart.
- Ersatzteile wie Akku, Display und Kamera müssen mindestens sieben Jahre nach Verkaufsende verfügbar sein und innerhalb von fünf bis zehn Arbeitstagen geliefert werden.
- Akkus müssen nach 800 Ladezyklen noch mindestens 80 Prozent ihrer Kapazität haben.
- Ein EU-Energielabel zeigt Energieeffizienz, Akkulaufzeit, Sturzfestigkeit, Schutzklasse gegen Staub und Wasser sowie eine Reparierbarkeitsklasse von A bis E.
Weil die Frist erst mit dem Verkaufsende beginnt, kann sie in der Praxis länger ausfallen als manche Herstellerzusage: Wird ein Modell etwa drei Jahre lang verkauft, ergeben sich rechnerisch acht Jahre ab Marktstart. Für ältere Geräte, die vor dem Stichtag eingeführt wurden, gilt die Pflicht allerdings nicht rückwirkend. Wie Sie den Akku zusätzlich schonen, erklärt unser Ratgeber Handy-Akku schonen.
Habe ich als Käufer in Deutschland einen Anspruch auf Updates?
Neben der EU-Verordnung, die sich an Hersteller richtet, gibt es im deutschen Kaufrecht eine eigene Regel. Nach § 475b BGB muss der Verkäufer bei „Waren mit digitalen Elementen“ – dazu zählen Smartphones – Aktualisierungen bereitstellen, die nötig sind, damit das Gerät vertragsgemäß bleibt. Eine feste Jahreszahl nennt das Gesetz nicht: Maßgeblich ist der Zeitraum, den Verbraucher „aufgrund der Art und des Zwecks der Ware“ erwarten können. Sicherheitsupdates gehören dazu.
Installieren Sie ein angebotenes Update nicht, obwohl Sie darüber informiert wurden, haftet der Verkäufer nicht für Mängel, die allein darauf zurückgehen. Updates einzuspielen lohnt sich also auch rechtlich. Im Einzelfall – etwa bei einem Streit mit dem Händler – hilft die Verbraucherzentrale weiter; eine Rechtsberatung ersetzt dieser Ratgeber nicht.
So prüfen Sie den Update-Stand Ihres Smartphones
- Android: Öffnen Sie Einstellungen > Über das Telefon (bei Samsung Einstellungen > Telefoninfo > Softwareinformationen). Dort stehen die Android-Version und das Datum des Sicherheitspatches. Liegt es mehr als drei bis vier Monate zurück, prüfen Sie unter Einstellungen > System > Softwareupdate bzw. Software-Update, ob etwas bereitliegt.
- iPhone: Unter Einstellungen > Allgemein > Info finden Sie die iOS-Version, unter Einstellungen > Allgemein > Softwareupdate neue Versionen. Dort lassen sich auch automatische Updates einschalten.
- Support-Ende nachschlagen: Google listet die Garantiezeiträume auf seiner Pixel-Hilfeseite, Samsung den Patch-Rhythmus auf security.samsungmobile.com.
Die Menüpfade können je nach Hersteller und Systemversion leicht abweichen.
Worauf sollte ich beim Smartphone-Kauf achten?
- Marktstart prüfen: Ein günstiges Vorjahresmodell hat schon ein oder zwei Update-Jahre verbraucht. Rechnen Sie nach, wie viel Restlaufzeit bleibt.
- Garantierte Zahl statt „bis zu“: Achten Sie auf konkrete Angaben zu Android-Generationen und Sicherheitsjahren im Datenblatt oder auf dem EU-Energielabel.
- Hardware muss mithalten: Sieben Jahre Updates nützen wenig, wenn Speicher oder Akku vorher schlappmachen. Planen Sie mindestens 256 GB Speicher ein, wenn Sie das Gerät lange nutzen wollen.
- Wechsel planen: Läuft der Support bald aus, übertragen Sie Ihre Daten rechtzeitig. Wie das zwischen den Systemen klappt, zeigt unser Ratgeber Daten von iPhone auf Android übertragen.
Häufige Fragen
Kann ich ein Smartphone ohne Sicherheitsupdates weiter benutzen?
Technisch ja, empfehlenswert ist es für Banking, Shopping und Messenger nicht. Offene Lücken können von Schadsoftware ausgenutzt werden, und manche Apps stellen auf alten Systemversionen irgendwann den Dienst ein. Für einfache Aufgaben ohne sensible Daten, etwa als Musikplayer im WLAN, ist ein Altgerät eher unkritisch.
Zählt die Update-Dauer ab meinem Kaufdatum?
Nein. Google zählt ab dem Verkaufsstart im US-Google-Store, Samsung und Apple ab dem Marktstart des Modells. Nur die EU-Pflicht rechnet ab dem Verkaufsende des Modells.
Gilt die EU-Update-Pflicht auch für mein älteres Handy?
Nein, sie betrifft nur Modelle, die ab dem 20. Juni 2025 neu in der EU in Verkehr gebracht wurden. Für ältere Geräte gelten die jeweiligen Herstellerzusagen.
Bekommen Foldables auch sieben Jahre Updates?
Bei Samsung ja: Die Galaxy-Z-Modelle fallen unter die Sieben-Jahres-Zusage. Google nennt für Pixel Fold-Modelle ab dem Pixel 9 Pro Fold ebenfalls sieben Jahre.
Fazit
Wer lange Ruhe haben will, ist mit einem aktuellen Pixel oder Galaxy-S-Modell gut bedient: Sieben Jahre Updates sind dort Standard. Die Galaxy-A-Mittelklasse kommt mit sechs Jahren nicht weit dahinter. Apple verspricht offiziell weniger, liefert in der Praxis aber ähnlich lange. Dank der EU-Ökodesign-Verordnung gibt es seit Juni 2025 zudem für alle Neugeräte eine verbindliche Untergrenze – und die zählt erst ab dem Verkaufsende. Entscheidend beim Kauf ist deshalb vor allem, wie alt das Modell schon ist.











