Der PC-Hardware-Händler Mindfactory ist Opfer eines Hackerangriffs geworden. Am 6. November 2026 erhielten Kundinnen und Kunden eine E-Mail mit dem Betreff „Wichtige Information zum Schutz deiner persönlichen Daten“. Darin räumt das Unternehmen ein, dass Angreifer womöglich auf personenbezogene Daten zugreifen konnten – darunter Adressen, Telefonnummern und Passwörter in verschlüsselter Form. Wer ein Kundenkonto bei Mindfactory hat, muss sich in jedem Fall ein neues Passwort setzen.

Was Mindfactory mitteilt

Der Kern der Nachricht steht gleich am Anfang: „Wir haben festgestellt, dass es zu einem Hackerangriff auf unsere Systeme gekommen ist.“ Einen bestätigten Datenabfluss meldet der Händler damit nicht. Er kann ihn aber nicht ausschließen und prüft nach eigener Aussage noch, welche Informationen die Täter tatsächlich mitgenommen haben.

Laut Kundeninformation hat Mindfactory die zuständige Landesdatenschutzbehörde benachrichtigt, bei der Polizei Strafanzeige erstattet und zusätzliche Schutzmaßnahmen eingeleitet. Offen bleibt, wie viele Konten betroffen sind, wann die Angreifer im System waren und auf welchem Weg sie hineinkamen. Dazu macht das Unternehmen bislang keine Angaben.

Mindfactory-Hackerangriff: Welche Daten betroffen sein können
Grafik: dasTECHNO · Daten: Kundeninformation von Mindfactory (via ComputerBase, Caschys Blog), Stand 06.11.2026

Passwort zurückgesetzt: So kommen Sie wieder ins Konto

Mindfactory hat die gespeicherten Shop-Passwörter serverseitig zurückgesetzt. Ihr bisheriges Kennwort funktioniert also nicht mehr. Der Weg zurück ins Konto läuft in drei Schritten:

  1. Über den Link in der Kunden-Mail bzw. „Passwort vergessen?“ auf der Anmeldeseite ein temporäres Passwort per E-Mail anfordern.
  2. Mit E-Mail-Adresse und diesem vorläufigen Passwort anmelden.
  3. Unter „Mein Konto“ → „Passwort ändern“ ein neues, starkes Passwort festlegen.

Wichtig: Nach aktuellem Stand gibt es laut Händler keine Hinweise, dass Passwörter im Klartext erbeutet wurden. Haben Sie Ihr Mindfactory-Passwort aber auch bei anderen Diensten verwendet, sollten Sie es dort ebenfalls ändern. Ein Passwort-Manager und Zwei-Faktor-Schutz machen solche Fälle künftig deutlich harmloser.

Das größere Risiko: gezieltes Phishing

Mit Name, Anschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnummer lassen sich sehr glaubwürdige Betrugsnachrichten bauen. Rechnen Sie in den kommenden Wochen mit Mails, SMS oder Anrufen, die angeblich von Mindfactory, einem Paketdienst oder Ihrer Bank stammen. Öffnen Sie keine Links oder Anhänge aus unerwarteten Nachrichten und geben Sie Zugangsdaten nur direkt auf der Ihnen bekannten Webseite ein. Woran Sie Fälschungen erkennen, zeigt unser Ratgeber Phishing erkennen.

Für Fragen zum Passwortwechsel nennt Mindfactory die Adresse info@mindfactory.de, für Datenschutzanliegen Datenschutz@mindfactory.de. Nach Art. 15 DSGVO können Sie dort zudem Auskunft verlangen, welche Daten das Unternehmen über Sie speichert. Wer mit dem Umgang unzufrieden ist, kann sich an die zuständige Landesdatenschutzbehörde wenden.

Zweiter Händler-Vorfall binnen drei Wochen

Erst Mitte Oktober hatte Notebooksbilliger einen Cyberangriff gemeldet. Ob beide Fälle zusammenhängen, ist nicht belegt; keiner der Händler hat dazu etwas gesagt. Die betroffenen Daten unterscheiden sich zudem:

Mindfactory (06.11.2026)Notebooksbilliger (14.10.2026)
E-Mail-Adressemöglicherweisebetroffen
Anschriftmöglicherweisemöglicherweise
Telefonnummermöglicherweisenicht genannt
IBANnicht im Shop gespeichertmöglich (bei Lastschrift)
Passwörterverschlüsselt, möglicherweise; zurückgesetztnicht betroffen

Mindfactory gehört seit dem vergangenen Jahr zur heise group. Für Kunden ändert das an den empfohlenen Schritten nichts.

Häufige Fragen

Warum kann ich mich nicht mehr bei Mindfactory anmelden?

Weil die gespeicherten Passwörter vorsorglich zurückgesetzt wurden. Fordern Sie über „Passwort vergessen?“ ein temporäres Passwort an und vergeben Sie danach ein neues.

Muss ich meine Kreditkarte sperren lassen?

Laut Mindfactory nein. Bank- und Kreditkartendaten liegen beim Zahlungsdienstleister, nicht im Shop-System; ein Zugriff darauf ist nach Angaben des Händlers ausgeschlossen.

Bin ich betroffen, wenn ich keine Mail bekommen habe?

Das lässt sich nicht sicher sagen, da Mindfactory keine Zahlen nennt. Die Rücksetzung betrifft laut Mindfactory die gespeicherten Shop-Passwörter; im Zweifel melden Sie sich einfach an und prüfen, ob Ihr altes Kennwort noch funktioniert.

Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald Mindfactory weitere Details nennt.

Titelbild: Mindfactory (Screenshot der Anmeldeseite).