Die Deutsche Telekom hat am 5. November 2026 ihre Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt und die Jahresprognose erneut nach oben gesetzt. Der Konzern erwartet jetzt ein bereinigtes EBITDA AL von rund 47,6 Milliarden Euro (bisher rund 47,5 Milliarden). Aktionäre sollen für 2026 eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie erhalten, zehn Prozent mehr als für das Vorjahr.

Hinter den Rekordwerten stecken vor allem das US-Geschäft und steigende Mobilfunkerlöse. Für Kundinnen und Kunden in Deutschland ist ein anderer Teil der Mitteilung spannender: der Wechsel vom Kupferkabel zur Glasfaser.

Die Konzernzahlen im Überblick

Zwischen Juli und September setzte die Telekom 31,1 Milliarden Euro um, ein Plus von 7,5 Prozent. Rechnet man Wechselkurs- und Konsolidierungseffekte heraus, bleiben organisch 5,5 Prozent. Das bereinigte EBITDA AL, die wichtigste Ergebnisgröße des Konzerns, kletterte um 9,9 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro.

Unter dem Strich blieb ein Konzernüberschuss von 2,76 Milliarden Euro (+13,8 Prozent), bereinigt waren es gut 3,0 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,63 Euro. Der Free Cashflow AL wuchs nur leicht um 1,4 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro.

Deutsche Telekom: Q3 2026 und Prognose 2026
Grafik: dasTECHNO · Daten: Deutsche Telekom, Medieninformation vom 05.11.2026

Nach neun Monaten steht ein Umsatz von rund 90,9 Milliarden Euro (+4,1 Prozent). Der Konzernüberschuss liegt mit 7,26 Milliarden Euro dagegen 8,0 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Konzernchef Tim Höttges gab sich entsprechend selbstbewusst: „Wir setzen mit unseren starken Zahlen Maßstäbe in unserer Branche.“

Alte und neue Prognose für 2026

Die Anhebung fällt klein aus, ist aber ein Signal an den Kapitalmarkt: Das Management traut sich für das Gesamtjahr etwas mehr zu.

Kennzahl 2026Bisherige PrognoseNeue Prognose
Bereinigtes EBITDA ALca. 47,5 Mrd. €ca. 47,6 Mrd. €
Free Cashflow ALca. 20,0 Mrd. €ca. 20,1 Mrd. €
Bereinigtes Ergebnis je Aktie2,20 €2,20 € (unverändert)

Zusätzlich zur höheren Dividende plant der Vorstand für 2027 einen Aktienrückkauf im Umfang von bis zu 2 Milliarden Euro.

Deutschland: Glasfaser wächst, Kupfer schrumpft

Auf dem Heimatmarkt stieg der Umsatz um 3,9 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA AL um 1,5 Prozent auf knapp 2,8 Milliarden Euro. Das Wachstum ist hier also deutlich ruhiger als im Gesamtkonzern.

Die Zahlen zeigen ein Netz im Umbau:

Deutschland, Q3 2026Veränderung im QuartalBestand Ende September
Mobilfunkkunden insgesamt+2,01 Mio.78,7 Mio.
Mobilfunk-Vertragskunden+322.00028,5 Mio.
Breitbandkunden+11.00015,1 Mio.
Glasfaserbasierte Anschlüsse (FTTx)+51.00013,5 Mio.
Festnetzanschlüsse−86.00016,5 Mio.

Wichtig für die Einordnung: Die 13,5 Millionen „Glasfaser-Anschlüsse“ umfassen laut Telekom alle FTTx-Varianten, also auch VDSL und Vectoring, bei denen die Glasfaser nur bis zum Verteilerkasten reicht. Echte Glasfaser bis in die Wohnung (FTTH) haben im Quartal nach Konzernangaben 190.000 Neukunden gebucht, ein Rekordwert.

Bei den Breitbandkunden gab es ein kleines Plus von 11.000, nachdem vor einem Jahr noch 25.000 Kunden verloren gingen. Gleichzeitig verliert die Telekom weiter klassische Festnetzanschlüsse. Wer noch einen reinen Telefonanschluss hat oder zu Kabel- und Glasfaseranbietern der Konkurrenz wechselt, taucht hier auf. Wie sich die Vorleistungspreise für Glasfaser künftig entwickeln, regelt die Bundesnetzagentur gerade neu, mehr dazu in unserem Beitrag zu Open-Access-Entgelten.

USA, Europa und Geschäftskunden

Der größte Wachstumstreiber bleibt T-Mobile US. Dort stieg der Umsatz in Dollar um 7,5 Prozent auf 23,6 Milliarden US-Dollar, das bereinigte EBITDA AL um 11,4 Prozent. Die Zahl der Postpaid-Kundenkonten liegt bei knapp 35 Millionen.

Das Segment Europa wuchs beim Umsatz um 4,2 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Im Systemgeschäft (T-Systems) zog der Auftragseingang auf 883 Millionen Euro an; den stärksten Zuwachs verbuchte die Telekom nach eigenen Angaben bei der Industrial AI Cloud. Welche Rolle KI in der Konzernstrategie spielt, hatte die Telekom bereits beim KI-Investorentag im Oktober erläutert.

Weniger Investitionen, weniger Personal?

Zwei Zahlen fallen auf den ersten Blick ins Auge. Die zahlungswirksamen Investitionen (Cash Capex) sanken im Quartal um 20,4 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Ohne Ausgaben für Mobilfunkfrequenzen lagen sie mit rund 4,0 Milliarden Euro aber praktisch auf Vorjahresniveau (+0,2 Prozent). Der Rückgang ist also kein Hinweis auf einen gebremsten Netzausbau, sondern geht auf geringere Frequenzausgaben zurück.

Die Zahl der Beschäftigten sank zum Stichtag Ende September um 6,0 Prozent auf 189.348, davon arbeiten 68.442 in Deutschland. Gründe für den Rückgang nennt die Mitteilung nicht.

Was bedeutet das für Kunden?

Kurzfristig ändert sich für Telekom-Kunden nichts, die Zahlen richten sich an Anleger. Die hohen Margen dürften allerdings die Frage befeuern, warum der Konzern zum 1. Oktober die Preise für DSL- und Glasfasertarife angehoben hat. Zu Tarifen äußert sich die Quartalsmitteilung nicht.

Der Trend zur echten Glasfaser setzt sich fort. Wer an seiner Adresse FTTH bekommen kann, wechselt offenbar zunehmend; Kupferanschlüsse verlieren dagegen an Bedeutung.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Telekom-Dividende für 2026?

Der Vorstand plant 1,10 Euro je Aktie, zehn Prozent mehr als für 2025. Beschließen muss das die Hauptversammlung.

Um wie viel hat die Telekom ihre Prognose erhöht?

Das bereinigte EBITDA AL soll 2026 rund 47,6 statt 47,5 Milliarden Euro erreichen, der Free Cashflow AL rund 20,1 statt 20,0 Milliarden Euro. Das Ziel für das bereinigte Ergebnis je Aktie bleibt bei 2,20 Euro.

Wie viele Glasfaserkunden hat die Telekom in Deutschland?

Glasfaserbasierte Anschlüsse aller Art (inklusive VDSL/Vectoring) zählt die Telekom 13,5 Millionen. Im dritten Quartal kamen 190.000 Neukunden mit reinem FTTH-Anschluss hinzu.

Baut die Telekom weniger Netz aus?

Die Investitionen sanken im Quartal zwar um gut 20 Prozent, ohne Frequenzausgaben blieben sie aber stabil.

Titelbild: Deutsche Telekom