Der Festnetzanschluss wird zum Herbst teurer, und zwar gleich bei zwei großen Anbietern. Die Deutsche Telekom hat zum 1. Oktober 2026 die regulären Monatspreise ihrer DSL- und Glasfasertarife angehoben. Fast zeitgleich verschickt 1&1 an viele Bestandskunden die Nachricht, dass die Grundgebühr um 3 Euro steigt.
Die beiden Erhöhungen sehen ähnlich aus, treffen aber unterschiedliche Kundengruppen. Bei der Telekom geht es um neue Verträge, bei 1&1 um bereits laufende. Das ist für die Frage, was Sie jetzt tun können, entscheidend.
Telekom: 1 Euro mehr für DSL, 2 Euro für Glasfaser
Seit Anfang Oktober gilt bei der Telekom für alle aktuell angebotenen MagentaZuhause-Tarife ein um 1 Euro höherer Monatspreis. Bei den Glasfaser-Tarifen beträgt das Plus 2 Euro, unabhängig von der Geschwindigkeitsstufe. Der Tarif MagentaZuhause S liegt damit regulär bei 39,95 statt 38,95 Euro, Glasfaser 1000 bei 72,95 statt 70,95 Euro.
Teurer wird außerdem das Fernsehpaket: Wer MagentaTV SmartStream zum Internetanschluss bucht, zahlt dafür künftig 20 statt 17 Euro im Monat. Die Einstiegsprodukte Basic und Start sind nach den vorliegenden Informationen nicht betroffen.
Wichtig: Die neuen Preise gelten für Neuabschlüsse und Tarifwechsel. Wer bereits einen Telekom-Vertrag hat und nichts ändert, zahlt zunächst weiter den bisherigen Betrag. Auch Bestellungen, die vor dem 1. Oktober aufgegeben wurden, aber noch auf die Schaltung warten, laufen zum alten Preis. Die Telekom begründet den Schritt mit gestiegenen Energiekosten, der Inflation und den Investitionen in den Glasfaserausbau.
Die Lockangebote bleiben: Neukunden zahlen in den ersten drei Monaten weiterhin 9,95 Euro für MagentaZuhause S bis XL, bei Glasfaser in der Vorvermarktung 19,95 Euro. Die Erhöhung schlägt also erst ab dem vierten Monat voll durch.
1&1: 3 Euro mehr für laufende Verträge
Bei 1&1 trifft es dagegen Kunden, die schon einen Vertrag haben. Der Anbieter hebt die Grundgebühr vieler DSL- und Glasfasertarife um 3 Euro an. Der neue Betrag gilt, abhängig vom einzelnen Vertrag, ab einem Stichtag im Zeitraum 1. bis 9. Oktober 2026. Laut 1&1 sind vor allem Verträge betroffen, deren Monatspreis unter dem liegt, was Neukunden heute für denselben Tarif bezahlen. Als Gründe nennt das Unternehmen gestiegene Energie- und Betriebskosten sowie höhere Vorleistungspreise der Netzpartner.
Da 1&1 im Festnetz größtenteils Leitungen anderer Betreiber mietet, darunter die der Telekom, geben sich die Preisrunden gewissermaßen die Hand.
Was die Erhöhung im Jahr kostet
Ein Euro im Monat klingt nach wenig. Über die übliche Vertragslaufzeit summiert sich der Aufschlag aber spürbar. Unsere Rechnung auf Basis der genannten Aufschläge:
| Änderung | pro Monat | pro Jahr | über 24 Monate |
|---|---|---|---|
| Telekom MagentaZuhause (DSL) | +1 € | +12 € | +24 € |
| Telekom Glasfaser | +2 € | +24 € | +48 € |
| Telekom MagentaTV SmartStream | +3 € | +36 € | +72 € |
| 1&1 DSL / Glasfaser (Bestand) | +3 € | +36 € | +72 € |
Wer bei der Telekom einen neuen Glasfaseranschluss mit SmartStream bucht, zahlt nach Ende der Aktionsmonate also 5 Euro mehr pro Monat als noch im September.
Sind Sie betroffen? So prüfen Sie es
- Telekom-Bestandskunde ohne Tarifwechsel: Diese Runde betrifft Sie nicht. Achten Sie aber darauf, ob ein Wechsel in einen anderen Tarif (etwa für mehr Tempo) Sie in die neue Preisliste bringt.
- Telekom-Neukunde: Vergleichen Sie den Gesamtpreis über 24 Monate, nicht nur den Aktionspreis der ersten Monate.
- 1&1-Kunde: Schauen Sie in Ihr Kundenpostfach und Ihre E-Mails. Die Erhöhung wird schriftlich angekündigt, das Schreiben nennt das Datum und den neuen Betrag.
Erhöht ein Anbieter den Preis einseitig in einem laufenden Vertrag, greift in Deutschland § 57 Telekommunikationsgesetz: Kunden können dann innerhalb von drei Monaten nach Zugang der Mitteilung ohne Kosten kündigen, frühestens zum Zeitpunkt der Änderung. Ob 1&1 in seinem Schreiben selbst darauf hinweist, konnten wir nicht prüfen. Maßgeblich ist das Schreiben, das Sie erhalten haben. Eine Rechtsberatung ersetzt dieser Hinweis nicht.
Vor einer Kündigung lohnt der Blick auf die Alternativen an Ihrer Adresse. Welche Anschlussart wofür taugt, erklären wir im Vergleich Glasfaser, DSL und Kabel. Hintergrund zum Streit um die Preise im Glasfasernetz liefert unser Bericht zu den Open-Access-Entgelten der Bundesnetzagentur.
Einordnung: Preisrunden werden zur Routine
Für die Telekom ist es nicht der erste Aufschlag. Bereits zum 1. Oktober 2025 hatte sie die DSL-Tarife für Neukunden um 1 Euro verteuert, Anfang 2026 folgten 2 Euro mehr für ältere Bestandsverträge. Der Oktober scheint sich als fester Termin für Preisanpassungen bei Neuverträgen zu etablieren. Ob andere Anbieter wie Vodafone oder O2 nachziehen, ist offen.
Häufige Fragen
Muss ich als Telekom-Bestandskunde jetzt mehr zahlen? Durch diese Runde nicht, solange Sie Ihren Tarif nicht wechseln. Die neuen Preise gelten für Neuabschlüsse und Tarifwechsel.
Wann steigt mein 1&1-Preis? Je nach Vertrag zwischen dem 1. und 9. Oktober 2026. Das genaue Datum steht in der Mitteilung von 1&1.
Kann ich wegen der Preiserhöhung kündigen? Bei einer einseitigen Erhöhung im laufenden Vertrag sieht § 57 TKG ein Sonderkündigungsrecht vor. Dafür haben Sie ab Erhalt des Schreibens drei Monate Zeit.
Wird MagentaTV auch teurer? Ja, der Aufpreis für MagentaTV SmartStream zum Internetanschluss steigt von 17 auf 20 Euro pro Monat.
Titelbild: Telekom-Campus in Bonn-Beuel, Foto: Sir James, Wikimedia Commons, CC BY 4.0










