Ein neuer Mobilfunkanbieter will den deutschen Markt mit einem einzigen, sehr günstigen Tarif aufmischen. Simsalasim, gegründet von Xing-Gründer Lars Hinrichs, kündigt für 10 Euro im Monat unbegrenztes Datenvolumen in rund 100 Ländern an. Gebucht wird ausschließlich per eSIM, im Inland funkt der Anbieter im O2-Netz von Telefónica.
Noch können Sie den Tarif allerdings nicht abschließen. Auf der offiziellen Website gibt es bisher nur eine Warteliste, eine Tarifseite mit Leistungsbeschreibung und Preisliste fehlt. Was bislang bekannt ist, stammt aus Berichten von heise, Golem, t3n sowie FAZ und Bild, mit denen Hinrichs gesprochen hat.
Was der 10-Euro-Tarif bieten soll
Das Angebot ist bewusst schlicht: ein Tarif, ein Preis, keine Optionen. Nach den bisherigen Angaben sieht er so aus:

- Daten: unbegrenzt, laut t3n ohne Drosselung, in etwa 100 Ländern
- Telefonie und SMS: in rund 50 Ländern enthalten
- Hotspot: ausdrücklich nicht erlaubt, das Smartphone darf also nicht als Router für Laptop oder Tablet dienen
- SIM: nur eSIM, eine Plastikkarte wird nicht verschickt
Welche 100 Länder genau dazugehören, welche Mindestlaufzeit gilt und ob es 5G gibt, hat Simsalasim noch nicht veröffentlicht. Auch eine Fair-Use-Regel ist bei „unbegrenzt“ im Ausland nicht ungewöhnlich. Ob es eine gibt, bleibt abzuwarten.
Für wen sich das lohnen könnte
Innerhalb der EU surfen und telefonieren Sie dank „Roam like at home“ ohnehin zu Inlandskonditionen. Der eigentliche Reiz von Simsalasim liegt daher außerhalb der EU: in der Türkei, den USA, der Schweiz oder in Asien, wo deutsche Verträge oft teure Zusatzpakete verlangen. Hinrichs zielt nach t3n-Angaben ausdrücklich auf Vielreisende, die heute pro Reiseziel eine lokale SIM oder Reise-eSIM kaufen.
Für reine Inlandsnutzer hängt der Wert am O2-Netz an Ihrem Wohnort und an der Frage, ob der Hotspot-Ausschluss stört. Ein Wechsel setzt zudem ein eSIM-fähiges Smartphone voraus. Wie die Einrichtung grundsätzlich funktioniert, erklärt unser eSIM-Ratgeber.
Ein Mobilfunker mit 25 Leuten und viel KI
Simsalasim betreibt kein eigenes Netz, sondern kauft Kapazität bei Telefónica ein. Das Unternehmen wurde laut heise im September 2024 gegründet und beschäftigt rund 25 Menschen. Shops und klassisches Callcenter soll es nicht geben. Programmierung, Abrechnung, Marketing und Kundenservice übernehmen zu großen Teilen KI-Systeme. Heise beziffert die Kosten dafür auf etwa 80.000 Euro im Monat, die FAZ nennt rund eine Million Euro im Jahr.
Hinrichs formuliert den Anspruch offensiv. Er spricht laut t3n von einem „kompletten Angriff auf die Telekom, Vodafone und viele andere“ und will zeigen, dass ein sehr großes Unternehmen mit sehr wenigen Mitarbeitern möglich ist. Der Start fällt dagegen klein aus: Laut heise will Hinrichs neben Werbung vor allem auf Empfehlungen aus seinem Netzwerk setzen und zunächst rund 16.000 Menschen ansprechen.
Kritik aus der Telekom
Brisant ist Hinrichs' Vorgeschichte. Er saß über viele Jahre im Aufsichtsrat der Deutschen Telekom und legte sein Mandat erst im Januar 2025 nieder, während die Gründung von Simsalasim bereits lief. Ein Telekom-Manager kritisierte gegenüber heise, Hinrichs habe Zugang zu internen Informationen gehabt und parallel sein Geschäft aufgebaut. Ob daraus rechtliche Fragen folgen, ist nicht bekannt. Eine ausführliche Stellungnahme von Hinrichs zu dem Vorwurf liegt uns nicht vor.
Die Telekom selbst setzt derweil auf Effizienz durch KI im eigenen Haus, wie ihr KI-Investorentag zeigte, und hat gerade erst Preise im Festnetz erhöht.
Wann startet Simsalasim?
Einen verbindlichen Termin gibt es nicht. Die Berichte sprechen von einer Testphase in Kürze und einer breiteren Öffnung danach, nennen aber unterschiedliche Zeitpunkte. Wer Interesse hat, kann sich auf simsalasim.de in die Warteliste eintragen. Laut Website entsteht dadurch keine Zahlungsverpflichtung.
Häufige Fragen
Was kostet Simsalasim? Angekündigt sind 10 Euro pro Monat. Eine offizielle Preisliste mit Laufzeit und Kündigungsfrist ist noch nicht veröffentlicht.
In welchem Netz funkt Simsalasim? In Deutschland im O2-Netz von Telefónica. Simsalasim hat kein eigenes Netz.
Brauche ich eine eSIM? Ja. Simsalasim verschickt keine physischen SIM-Karten, Ihr Smartphone muss eSIM unterstützen.
Kann ich das Datenvolumen per Hotspot teilen? Nein, Tethering ist nach den bisherigen Angaben ausgeschlossen.











