Der Smartphone-Markt erlebt sein schwächstes Quartal seit 14 Jahren. Nach einer vorläufigen Auswertung von Counterpoint Research sind zwischen Juli und September 2026 weltweit rund 20 Prozent weniger Smartphones ausgeliefert worden als im gleichen Zeitraum 2025. Ein so niedriges Niveau gab es zuletzt 2012. Die Analysten machen dafür vor allem die Speicherkrise verantwortlich: DRAM und NAND-Flash sind so teuer geworden, dass Hersteller ihre Geräte verteuern oder weniger davon bauen.
Für Käufer in Deutschland ist das keine abstrakte Statistik. Die Preisschilder im Elektronikmarkt zeigen den Effekt bereits, und nach Einschätzung von Counterpoint ist keine schnelle Entspannung in Sicht.
Die Zahlen im Überblick

| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Auslieferungen weltweit, Q3 2026 | −20 % zum Vorjahresquartal |
| Einordnung | niedrigster Q3-Wert seit 2012 |
| Marktanteil Samsung | 23 % |
| Marktanteil Apple | 22 % |
| Samsung + Apple zusammen | 45 % (Vorjahr: 37 %) |
| Xiaomi, Oppo, Vivo zusammen | 27 % (Vorjahr: 35 %) |
| Ø Preisanstieg 2026 weltweit | rund 15 % |
Quelle: Counterpoint Research, vorläufige Zahlen. Der vollständige Bericht ist nur für Kunden zugänglich; absolute Stückzahlen wurden öffentlich nicht genannt.
Wer verliert am stärksten?
Auffällig ist, wie ungleich der Einbruch verteilt ist. Samsung und Apple haben laut Counterpoint nur wenige Prozentpunkte eingebüßt. Weil der Gesamtmarkt deutlich stärker schrumpfte, ist ihr gemeinsamer Anteil sogar von 37 auf 45 Prozent gestiegen. Die drei großen chinesischen Anbieter Xiaomi, Oppo und Vivo verzeichnen dagegen jeweils Rückgänge zwischen 20 und 30 Prozent.
Das passt zu einem Muster, das sich durch die gesamte Krise zieht: Am härtesten trifft es das günstige Segment. Bei einem Einsteigergerät macht der Speicher einen deutlich größeren Teil der Materialkosten aus als bei einem Oberklassemodell. Steigt der Preis für RAM und Flash, lässt sich das bei einem 150-Euro-Handy kaum noch auffangen. Die Nachfrage nach Premiumgeräten bleibt laut Counterpoint dagegen vergleichsweise stabil, und genau dort sind Apple und Samsung besonders stark.
Warum ist Speicher so teuer?
Der Auslöser liegt außerhalb des Smartphone-Markts. Betreiber von KI-Rechenzentren kaufen derzeit enorme Mengen an Speicherchips. Die Hersteller verlagern ihre Kapazitäten dorthin, wo die Margen am höchsten sind, und für Smartphones, Notebooks und PCs bleibt weniger übrig. Wie lukrativ das für die Chiphersteller ist, zeigte zuletzt Samsungs Rekordgewinn im dritten Quartal, während die eigene Smartphone-Sparte ins Minus rutschte.
Was bedeutet das für Preise in Europa?
Counterpoint rechnet für 2026 mit einem weltweiten Anstieg der durchschnittlichen Verkaufspreise um etwa 15 Prozent. Regional fällt die Spanne groß aus:
| Region | Anstieg Ø-Preis 2026 |
|---|---|
| Indien | 21 % |
| Asien, Nahost, Afrika, Lateinamerika | über 15 % |
| China | 10 % |
| Europa | 7 % |
| USA | 5 % |
Für Deutschland allein weist Counterpoint keinen eigenen Wert aus; die 7 Prozent beziehen sich auf Europa insgesamt. Dass die Entwicklung hier angekommen ist, zeigen aber einzelne Beispiele: Google hat das Pixel 10a in Deutschland um 100 Euro verteuert und nennt die Speicherpreise als Grund. Auch bei Notebooks gab es Aufschläge, etwa als XMG und Schenker ihre Preise um bis zu 300 Euro anhoben.
Der vergleichsweise moderate Wert für Europa dürfte auch daran liegen, dass hier ein größerer Teil der Käufer ohnehin zu teureren Geräten greift, bei denen der Speicheraufschlag prozentual weniger ins Gewicht fällt. Das ist allerdings unsere Einordnung, keine Aussage von Counterpoint.
Wie geht es weiter?
Eine schnelle Erholung erwarten die Analysten nicht. Solange sich Kosten und Verfügbarkeit von Speicher nicht verbessern, sei keine nennenswerte Belebung des Markts zu erwarten. Für Sie als Käufer heißt das: Wer ein neues Smartphone braucht, sollte nach dieser Prognose nicht fest auf sinkende Preise im Weihnachtsgeschäft setzen.
Häufige Fragen
Wie stark ist der Smartphone-Markt im dritten Quartal 2026 eingebrochen?
Laut vorläufigen Zahlen von Counterpoint Research um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das ist der niedrigste Wert seit 2012.
Welcher Hersteller hat den größten Marktanteil?
Samsung liegt mit 23 Prozent knapp vor Apple mit 22 Prozent.
Werden Smartphones in Deutschland teurer?
Für Europa insgesamt erwartet Counterpoint 2026 einen Anstieg der Durchschnittspreise um etwa 7 Prozent. Einen separaten Wert für Deutschland gibt es nicht.
Titelbild: Donald Trung Quoc Don, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.











