Wer ein Notebook von XMG oder Schenker kaufen will, zahlt seit dem 18. September 2026 spürbar mehr. Der Leipziger Hersteller Schenker Technologies hat die Einstiegspreise der meisten Modelle in seinem Shop bestware um 100 bis 150 Euro angehoben. Das Workstation-Modell Schenker Key 18 Pro verteuert sich um volle 300 Euro. In einem ausführlichen Beitrag im ComputerBase-Forum begründet das Unternehmen den Schritt mit gestiegenen Einkaufspreisen, allen voran beim Arbeitsspeicher.
Welche Modelle werden teurer?
Betroffen ist nahezu das gesamte Gaming- und Performance-Sortiment. Den höchsten Aufschlag trägt das Key 18 Pro (E25), gefolgt von einer Gruppe mit jeweils 150 Euro Plus: Apex 16 Max, Apex 17, Focus 17, Fusion 15 und Pro 16. Um 100 Euro steigen Apex 16 (M26), Core 15 und 16, Fusion 16, Neo 16 (A25) und Pro 16 VE.
Zusätzlich hat XMG einzelne Konfigurationsoptionen neu bepreist. Die RTX 5090 kostet im Konfigurator nun 120 Euro mehr, der Aufpreis für den Ryzen 9 9955HX steigt um 40 Euro. Etwas günstiger ist dagegen die RTX 5070 in Apex 17 (−50 Euro) und Fusion 16 (−35 Euro). Das gleicht die höheren Grundpreise aber nicht aus.

Unverändert bleiben die Basispreise der Serien XMG Evo, Schenker Connect, Element und Work. Beim neuen Neo 16 (M26) ändert sich nur der Aufpreis für die RTX 5090, nicht der Einstiegspreis.
Warum steigen die Preise?
Den größten Einfluss hat nach Angaben von XMG der Speicher. Ein repräsentatives DDR5-SO-DIMM, also das Modul, das in Notebooks steckt, kostet am Markt inzwischen fast das Sechsfache des Niveaus von Juli 2025. Dahinter steht die Nachfrage aus dem KI-Geschäft: Speicherhersteller verlagern Kapazitäten zu HBM und Server-RAM, für den Consumer-Markt bleibt weniger übrig.
Der RAM ist aber nicht der einzige Kostentreiber. XMG listet außerdem Prozessoren von AMD und Intel, dedizierte Grafikchips samt GDDR7-Grafikspeicher, Leiterplatten und elektronische Bauteile auf. Hinzu kommen höhere Luftfrachtkosten aus Asien, die das Unternehmen mit den Spannungen im Nahen Osten in Verbindung bringt.
Wichtig ist dem Hersteller eine Klarstellung: Die neuen Preise sollen laut XMG ausschließlich gestiegene Beschaffungskosten weitergeben und keine höhere Marge bringen.
Was bedeutet das für Käufer in Deutschland?
XMG ist nur ein vergleichsweise kleiner Anbieter, dafür aber einer der wenigen, die ihre Kalkulation so offen erklären. Die Zahlen passen zu dem, was Marktforscher beobachten. Laut TrendForce ist der Anteil von CPU, DRAM und SSD an den Materialkosten eines Mainstream-Notebooks zwischen dem ersten Quartal 2025 und dem dritten Quartal 2026 von 45 auf 68 Prozent gestiegen. Um die Marge von Anfang 2025 zu halten, müssten Hersteller ein vergleichbares Gerät nach dieser Rechnung um rund 80 Prozent verteuern.
Viele große Marken haben sich laut TrendForce bislang mit günstiger eingekauften Lagerbeständen beholfen. Sind diese aufgebraucht, stehen sie vor der Wahl, die Kosten an Kundinnen und Kunden weiterzugeben oder auf Marge zu verzichten. Für Sie heißt das: Wer ohnehin ein leistungsstarkes Notebook mit viel Arbeitsspeicher braucht, sollte nicht darauf setzen, dass es in den kommenden Monaten günstiger wird. Ob und wann andere Hersteller in Deutschland nachziehen, ist offen.
Auch Einzelkomponenten sind betroffen. Wer plant, einen Rechner selbst aufzurüsten, findet in unserem Ratgeber SSD kaufen: NVMe oder SATA? Hinweise, worauf es bei der Auswahl ankommt.
Werden die Preise wieder sinken?
Kurzfristig eher nicht. Schenker Technologies schreibt, dass nachhaltige Preissenkungen bei den Komponenten mittelfristig nicht absehbar seien, und verweist auf Aussagen von Micron, wonach das Angebot bis 2027 knapp bleiben dürfte.
Dass Preise auch in die andere Richtung gehen können, zeigte zuletzt Framework: Der US-Hersteller hatte am 11. September angekündigt, eine begrenzte Menge günstiger eingekaufter LPCAMM2-Module von Micron an Kunden des Framework Laptop 13 Pro weiterzugeben und bereits bezahlte Differenzen zu erstatten. Das betraf allerdings nur einen Restposten, reguläre Preise blieben hoch.
Hintergrund: Schenker Technologies
Schenker Technologies sitzt seit 2002 in Leipzig und vertreibt konfigurierbare Notebooks und Desktop-PCs unter den Marken XMG (Gaming) und Schenker (Arbeit und Workstation). Verkauft wird vor allem direkt über den eigenen Shop bestware. Das Unternehmen pflegt seit Jahren einen engen Austausch mit der Community und kündigt Preisänderungen regelmäßig in einem eigenen Forenthread an. Welche neuen Notebooks mit ARM-Chips gerade auf den Markt kommen, lesen Sie in unserem Beitrag zu Surface Pro 12 und Surface Laptop 13 mit Snapdragon X2 Plus.
Häufige Fragen
Seit wann gelten die neuen XMG-Preise?
Die Änderungen sind seit dem 18. September 2026 im Shop bestware aktiv.
Um wie viel werden XMG-Notebooks teurer?
Bei den meisten Geräten liegt der Aufschlag zwischen 100 und 150 Euro. Das Schenker Key 18 Pro wird um 300 Euro teurer.
Welche Modelle bleiben beim Grundpreis unverändert?
XMG Evo, Schenker Connect, Schenker Element, Schenker Work sowie das XMG Neo 16 (M26).
Was ist der Hauptgrund für die Preiserhöhung?
Laut XMG vor allem der Arbeitsspeicher: DDR5-SO-DIMMs kosten fast das Sechsfache von Juli 2025. Dazu kommen teurere CPUs, GPUs, Grafikspeicher, Platinen und Frachtkosten.











