Wer einen günstigen Einplatinenrechner für Smart Home, Retro-Konsole oder Pi-hole sucht, muss erneut mehr einplanen. Raspberry Pi hat am 1. Oktober 2026 die Listenpreise der Modelle mit 2 GB Arbeitsspeicher angehoben, und zwar mit sofortiger Wirkung. Beide Boards werden um jeweils 12,50 US-Dollar teurer.
Damit trifft es nun genau die Varianten, die das britische Unternehmen bei den vorherigen Preisrunden noch bewusst geschont hatte. Die Mitteilung stammt von Firmenchef Eben Upton persönlich.
Die neuen Preise im Überblick
| Modell | Bisher | Ab 1. Oktober 2026 | Änderung |
|---|---|---|---|
| Raspberry Pi 5, 2 GB | 65,00 $ | 77,50 $ | +12,50 $ (+19 %) |
| Raspberry Pi 4, 2 GB | 55,00 $ | 67,50 $ | +12,50 $ (+23 %) |
| Raspberry Pi 5, 1 GB | 45,00 $ | 45,00 $ | unverändert |
| Raspberry Pi 4, 1 GB | 35,00 $ | 35,00 $ | unverändert |
| Compute Module 4 / 5, 2 GB | – | – | unverändert |
Alle Angaben sind offizielle Listenpreise in US-Dollar ohne Mehrwertsteuer. Die Preise der 1-GB-Modelle stammen aus der Mitteilung vom Februar 2026, in der Raspberry Pi sie ausdrücklich als stabil bezeichnet hatte. Die prozentualen Aufschläge haben wir selbst berechnet.
Warum Raspberry Pi die Preise erhöht
Der Grund ist derselbe wie bei vielen Notebook- und PC-Herstellern in diesem Jahr: Arbeitsspeicher ist knapp und teuer. Raspberry Pi verbaut in Pi 4 und Pi 5 LPDDR4-Speicher. Um dessen Fertigungskapazität konkurrieren die Speicherhersteller inzwischen mit dem Bedarf der großen KI-Rechenzentren, die enorme Mengen an DRAM und HBM abnehmen. Die Folge sind stark steigende Einkaufspreise für alle anderen.
Upton schreibt, die Speicherkosten seien in den vergangenen zwei Jahren sehr steil gestiegen und würden weiter zulegen. Bei der letzten Preisrunde im April habe man die 1- und 2-GB-Modelle von Pi 4 und Pi 5 noch außen vor gelassen. Das sei nun nicht mehr durchzuhalten.
Gleichzeitig verspricht das Unternehmen erneut, die eigenen Aufschläge wieder zurückzunehmen, sobald die Speicherpreise sinken. Einen Zeitpunkt nennt Upton dafür nicht.
Die vierte Preisrunde in zehn Monaten
Die Erhöhung reiht sich in eine ganze Serie ein. Für den Raspberry Pi 5 mit 2 GB sieht der Verlauf so aus:
- August 2024: Start der 2-GB-Variante für 50 Dollar, damals das günstigste Pi-5-Modell.
- Dezember 2025: +5 Dollar auf 55 Dollar. Gleichzeitig kam ein neuer Pi 5 mit 1 GB für 45 Dollar.
- Februar 2026: +10 Dollar auf 65 Dollar. Modelle mit 4, 8 und 16 GB stiegen damals um 15, 30 und 60 Dollar.
- April 2026: weitere Runde für die Varianten mit mehr Speicher, 1 und 2 GB blieben verschont.
- Oktober 2026: +12,50 Dollar auf 77,50 Dollar.

Unterm Strich kostet der Pi 5 mit 2 GB damit gut 55 Prozent mehr als zum Marktstart. Beim Pi 4 mit 2 GB liegt das Plus seit Ende 2025 bei 50 Prozent. Für ein Produkt, das ursprünglich als günstiger Lerncomputer gedacht war, ist das ein deutlicher Sprung.
Was das für Käufer in Deutschland bedeutet
Raspberry Pi verkauft seine Boards in Deutschland nicht selbst, sondern über zugelassene Händler. Diese setzen die Euro-Preise inklusive Mehrwertsteuer fest. Erfahrungsgemäß ziehen die Shops nach einer Erhöhung der Listenpreise innerhalb weniger Tage nach. Wer ohnehin einen 2-GB-Pi kaufen wollte, findet bei manchen Händlern womöglich noch kurze Zeit Lagerware zum alten Preis.
Wichtiger ist aber die Frage, ob Sie die 2 GB überhaupt brauchen. Upton rät selbst dazu, genau zu prüfen, ob das gewählte Modell zu den eigenen Anforderungen passt, und nicht für Reserven zu bezahlen, die man nicht nutzt. Eine grobe Orientierung:
| Einsatzzweck | Reicht 1 GB? | Empfehlung |
|---|---|---|
| Pi-hole, kleine Sensoren, GPIO-Projekte | meist ja | 1 GB |
| Home Assistant (ohne viele Add-ons) | knapp | 2 GB |
| Retro-Gaming mit RetroPie / Batocera | meist ja | 1–2 GB |
| Desktop mit Browser | nein | 4 GB oder mehr |
| Docker mit mehreren Containern, NAS | nein | 4 GB oder mehr |
Die Tabelle ist eine allgemeine Einschätzung auf Basis typischer Anforderungen, keine Messung. Bei Home Assistant hängt der Bedarf stark von der Zahl der Integrationen und Add-ons ab.
Ein Ausweg ist die Compute-Module-Reihe: Deren 2-GB-Varianten bleiben laut Raspberry Pi im Preis gleich. Sie eignen sich allerdings eher für eigene Platinen und Industrieprojekte, weil sie ein Trägerboard benötigen. Für Einsteiger ist das kaum eine Alternative.
Einordnung: Die Speicherkrise erreicht die Bastelecke
Bisher traf die Speicherknappheit vor allem Grafikkarten, Notebooks und Smartphones. So hat etwa der Leipziger Hersteller XMG die Preise seiner Gaming-Notebooks um bis zu 300 Euro angehoben (zum Bericht). Dass nun auch die günstigsten Raspberry-Pi-Modelle mit 2 GB teurer werden, zeigt, wie breit der Preisdruck inzwischen ist. Gerade Schulen, Makerspaces und Hobbyprojekte, die mehrere Boards auf einmal kaufen, spüren jeden Dollar.
Wie viel Arbeitsspeicher bei einem Rechner im Alltag sinnvoll ist, erklären wir in unserem Ratgeber „Wie viel RAM braucht ein Laptop?“.
Häufige Fragen
Seit wann gelten die neuen Preise? Seit dem 1. Oktober 2026. Raspberry Pi hat die Erhöhung mit sofortiger Wirkung angekündigt.
Was kostet der Raspberry Pi 5 mit 2 GB jetzt in Euro? Einen offiziellen Euro-Preis nennt Raspberry Pi nicht. Der Listenpreis liegt bei 77,50 US-Dollar ohne Steuern, den Endpreis inklusive Mehrwertsteuer legen die deutschen Händler fest.
Werden auch die Modelle mit 4, 8 oder 16 GB teurer? Nicht in dieser Runde. Die Varianten mit mehr Speicher wurden bereits in früheren Preisrunden angehoben, zuletzt im Februar und April 2026.
Werden die Preise wieder sinken? Raspberry Pi verspricht, die Erhöhungen zurückzunehmen, sobald die Speicherpreise fallen. Ein Datum gibt es nicht.











