Wer ein Chromebook besitzt oder für eine Schule verwaltet, hat seit der Vorstellung des Googlebook eine naheliegende Frage: Ist ChromeOS jetzt ein Auslaufmodell? Google hat dazu eine offizielle Erklärung für Administratoren veröffentlicht, über die heise und 9to5Google am Montag berichtet haben. Die Kurzfassung: ChromeOS wird bis Mitte 2034 weiter gepflegt, und viele neuere Geräte sollen später auf Googlebook OS wechseln können. Für den Alltag ändert sich vorerst nichts.
Was Google für vorhandene Chromebooks zusagt
Google stellt klar, dass die heute genutzten Chromebooks ihre bisher versprochene Update-Laufzeit behalten. Maßgeblich bleibt die sogenannte Auto Update Policy: Seit 2023 gibt Google für ChromeOS-Geräte bis zu zehn Jahre Updates ab dem Start der jeweiligen Hardware-Plattform. Das genaue Enddatum für Ihr Modell steht in Googles Geräteliste unter „Automatische Updates bis“.
Neu ist die Obergrenze für das Betriebssystem selbst: ChromeOS soll bis Mitte 2034 regelmäßig Updates und Sicherheitspatches erhalten. Einen genaueren Stichtag nennt Google nicht. Auch die Verwaltungsfunktionen für Unternehmen und Bildungseinrichtungen bleiben laut Google vollständig erhalten, Chromebooks können weiterhin neu angeschafft und ausgerollt werden.

Welche Chromebooks auf Googlebook OS umsteigen können
Hier bleibt Google vage. Es heißt lediglich, dass „viele neuere Business-Chromebooks“ in der Lage sein werden, auf Googlebook OS zu wechseln. Kaufen Sie jetzt ein Modell, dessen Zehn-Jahres-Support über 2034 hinausreicht, verspricht Google ausdrücklich, den Umstieg zu unterstützen – bei vielen Modellen mit einem direkten Migrationspfad.
Eine Liste der berechtigten Modelle gibt es noch nicht. Auch einen Termin für die Migration hat Google nicht genannt; Details sollen später folgen. Ob ältere oder günstige Consumer-Chromebooks ebenfalls wechseln dürfen, ist damit offen.
Das bedeutet in der Praxis: Ein Chromebook, dessen Update-Zusage ohnehin vor 2034 endet, wird aller Voraussicht nach bis zu seinem Support-Ende mit ChromeOS laufen. Relevant wird der Umstieg vor allem für aktuelle Geräte mit langer Restlaufzeit.
Warum Schulen und Firmen noch warten müssen
Die ersten Googlebooks, die in Deutschland am 5. Oktober in den Handel kommen (siehe unseren Überblick zu Preisen und Modellen), richtet Google ausdrücklich an Privatkunden. Wichtige Funktionen für IT-Abteilungen fehlen zum Start:
| Funktion | Chromebook (ChromeOS) heute | Googlebook zum Start 2026 |
|---|---|---|
| Domain-Registrierung (Enrollment) | ja | nein |
| Zentrale Geräteverwaltung (Admin-Konsole) | ja | ab 2. Hälfte 2027 geplant |
| Zero-Touch-Enrollment | ja | ab 2. Hälfte 2027 geplant |
| Verwaltete Google-Workspace-Konten | ja | ja |
| Chrome-Browserverwaltung per Cloud | ja | ja |
| Anbindung externer EMM-Anbieter | – | APIs angekündigt |
| Lizenz | Chrome Enterprise/Education Upgrade | neues Lizenzmodell, Details offen |
Erst in der zweiten Hälfte 2027 will Google eine umfassende Verwaltung für Googlebooks ausrollen: Admin-Konsole, Geräte- und Nutzerrichtlinien, Berichte und automatische Einrichtung. Zusätzlich sollen Anbieter von Enterprise-Mobility-Management-Software (EMM) Schnittstellen bekommen. Bestehende Chrome-Enterprise- und Education-Upgrade-Lizenzen bleiben für vorhandene Chromebook-Flotten gültig; Googlebooks und migrierte Geräte bekommen ein neues Lizenzmodell, dessen Konditionen Google noch nicht veröffentlicht hat.
Bei der Sicherheit verspricht Google Kontinuität: Sandboxing, Verified Boot, automatische Updates sowie abgesicherte Prüfungsmodi und Filter für Schulen sollen auch unter Googlebook OS zur Verfügung stehen.
Einordnung: Was das für Käufer in Deutschland heißt
Für Privatnutzer ist die Nachricht beruhigend. Ein Chromebook, das Sie heute nutzen, wird nicht vorzeitig abgeschaltet, sondern bekommt die Updates, die beim Kauf zugesagt waren. Wer jetzt ein neues Gerät sucht, steht allerdings vor einer echten Abwägung: Ein günstiges Chromebook ist weiterhin ein solides Surf- und Schulgerät, läuft aber auf einer Plattform mit festem Enddatum. Ein Googlebook ist deutlich teurer, setzt dafür auf das System, dem Google künftig die Entwicklung widmet.
Für Schulträger und Unternehmen, die in Deutschland Chromebook-Flotten betreiben, ist die Lage komplizierter. Neue Geräte über Googlebooks zu beschaffen, ist vor 2027 kaum sinnvoll, weil die zentrale Verwaltung fehlt. Wer jetzt Chromebooks kauft, sollte beim Hersteller erfragen, ob das Modell zu den umstiegsfähigen Geräten gehören wird – verbindlich beantworten kann das derzeit aber niemand, solange Google keine Liste veröffentlicht. Offen ist auch, was das neue Lizenzmodell kosten wird.
Klar ist die Richtung: Google führt ChromeOS über ein Jahrzehnt aus, konzentriert Neuentwicklungen aber auf die Android-basierte Googlebook-Plattform. Wie sich der Speicherbedarf dabei verschiebt, erklären wir in der Kaufberatung Wie viel RAM braucht ein Laptop?.
Häufige Fragen
Wird mein Chromebook jetzt eingestellt?
Nein. Laut Google erhalten vorhandene Chromebooks weiterhin Updates bis zum Ende ihrer zugesagten Laufzeit. ChromeOS selbst wird bis Mitte 2034 gepflegt.
Wie finde ich heraus, bis wann mein Chromebook Updates bekommt?
In den Einstellungen unter „Über ChromeOS“ oder in Googles Liste zur Auto Update Policy, in der jedes Modell mit dem Datum „Automatische Updates bis“ aufgeführt ist.
Bekommt mein Chromebook Googlebook OS?
Das ist noch offen. Google nennt nur „viele neuere Business-Chromebooks“ als geeignet; eine Modellliste und einen Zeitplan will das Unternehmen später veröffentlichen.
Können Schulen schon Googlebooks einsetzen?
Nur eingeschränkt. Zum Start fehlen Domain-Registrierung und zentrale Geräteverwaltung. Diese Funktionen sollen ab der zweiten Jahreshälfte 2027 schrittweise folgen.










