Der Volkswagen-Konzern hat im dritten Quartal 2026 deutlich weniger Autos an Kundinnen und Kunden übergeben als ein Jahr zuvor: 1,885 Millionen Fahrzeuge, ein Minus von 14,3 Prozent. Das geht aus den Auslieferungszahlen hervor, die der Konzern am 12. Oktober veröffentlicht hat. Der Rückgang hat vor allem eine Ursache, nämlich China. In Europa zeigt sich dagegen ein anderes Bild: Dort verkauft der Konzern so viele Elektroautos wie nie zuvor.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick

Über die ersten neun Monate gerechnet kommt der Konzern mit allen Marken (VW, Škoda, Audi, Seat/Cupra, Porsche und weitere) auf 6,01 Millionen Auslieferungen. Im Vorjahreszeitraum waren es 6,60 Millionen.

KennzahlJanuar–September 2026Veränderung
Auslieferungen weltweit6,01 Mio.−9,0 %
davon im 3. Quartal1,885 Mio.−14,3 %
China1,378 Mio.−30,2 %
Europa gesamt2,956 Mio.+1,7 %
Westeuropa2,528 Mio.+1,1 %
Zentral- und Osteuropa427.600+5,3 %
Nordamerika680.200−4,0 %
Südamerika502.500+4,3 %
Reine Elektroautos (BEV) weltweit678.700−5 %
Plug-in-Hybride / Range Extender368.000+23 %

Quelle: Volkswagen Group, Pressemitteilung vom 12.10.2026.

Auffällig ist das Tempo des Abschwungs: Im dritten Quartal fiel das Minus deutlich größer aus als im Durchschnitt der ersten neun Monate. Ohne China wären die Zahlen des Konzerns weitgehend stabil geblieben, das betont auch Vertriebsvorstand Martin Sander.

China zieht die Bilanz nach unten

Allein im dritten Quartal lieferte Volkswagen in China nur noch 405.800 Fahrzeuge aus, nach 660.300 im Vorjahresquartal. Das entspricht einem Einbruch von 38,5 Prozent. Volkswagen spricht von einem starken Rückgang des Gesamtmarkts, der die ganze Branche betrifft. Reine Elektroautos des Konzerns spielen in China bislang kaum eine Rolle: Nach neun Monaten waren es 48.900 Stück, gut 42 Prozent weniger als im Vorjahr.

Einen Lichtblick sieht VW in den neuen Modellen, die speziell für China entwickelt wurden. Laut Konzern wurden dort im dritten Quartal rund 30 Prozent mehr elektrifizierte Fahrzeuge (BEV und Plug-in-Hybride) ausgeliefert als ein Jahr zuvor.

Schwierig bleibt auch die Lage in den USA. Dort gingen die Auslieferungen im dritten Quartal um 7,8 Prozent zurück, VW verweist auf die Zollsituation. Bei Elektroautos ist der Einbruch drastisch: Nach dem Auslaufen der staatlichen Förderung sanken die BEV-Auslieferungen in den USA um 78 Prozent.

Infografik von Volkswagen mit den Konzernauslieferungen Januar bis September 2026 nach Regionen
Bild: Volkswagen

Europa: Der E-Auto-Hochlauf ist da

Ganz anders sieht es auf dem Heimatkontinent aus. Von Juli bis September übergab der Konzern in Europa 209.100 reine Elektroautos, 19,6 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Nach neun Monaten sind es 586.100 Fahrzeuge, ein Plus von 12,1 Prozent. Damit ist inzwischen jedes fünfte Konzernfahrzeug, das in Europa ausgeliefert wird, ein reines E-Auto. Vor einem Jahr lag der Anteil bei 18 Prozent.

Noch deutlicher wird der Trend bei den Bestellungen. Im dritten Quartal stiegen die BEV-Aufträge in Europa um mehr als 60 Prozent. Der Auftragsbestand an Elektroautos hat sich gegenüber dem Jahresende 2025 verdoppelt, rund 40 Prozent aller offenen Bestellungen in Europa betreffen inzwischen E-Autos.

Sander begründet das unter anderem mit den Spritpreisen: „Die Hauptgründe dafür sind die derzeit hohen Kraftstoffpreise und das breitere Angebot an Einstiegsmodellen." Für Deutschland meldet der Konzern über alle Antriebe hinweg ein leichtes Plus von 0,9 Prozent nach neun Monaten. Schon im September hatte VW berichtet, dass die Marke hierzulande mehr E-Autos als Verbrenner verkauft.

Was die Zahlen für Käufer in Deutschland bedeuten

Die starke Nachfrage hat eine Kehrseite. Die vier neuen Elektro-Kleinwagen der sogenannten Electric Urban Car Family, also VW ID. Polo, VW ID. Cross, Škoda Epiq und Cupra Raval, haben laut Volkswagen bereits fast 150.000 Bestellungen gesammelt. Ende September war noch von gut 100.000 die Rede. Wer eines dieser Modelle möchte, sollte sich auf längere Lieferzeiten einstellen und den voraussichtlichen Termin vor der Unterschrift schriftlich beim Händler festhalten lassen.

Bei bereits gut verfügbaren Modellen sieht es entspannter aus. Die meistverkauften Konzern-Stromer der ersten neun Monate sind laut VW der Škoda Elroq, der VW ID.4/ID.5 und der Škoda Enyaq. Zum Vergleich: Konkurrent Tesla hatte für das dritte Quartal weltweit 486.532 Auslieferungen gemeldet, betrachtet aber nur reine Elektroautos.

Einordnung

Für Volkswagen sind die Zahlen ein gemischtes Signal. Die Elektrostrategie greift in Europa, also dort, wo die CO₂-Vorgaben der EU besonders streng sind. Das Wachstum dort reicht aber nicht, um die Verluste in China und Nordamerika auszugleichen. Wie sich das auf Umsatz und Gewinn auswirkt, zeigt sich, wenn der Konzern seine Quartalszahlen vorlegt. Einen Termin dafür nennt die Mitteilung nicht.

Häufige Fragen

Wie viele Autos hat VW im dritten Quartal 2026 ausgeliefert?

Der gesamte Konzern lieferte von Juli bis September 2026 weltweit 1,885 Millionen Fahrzeuge aus, 14,3 Prozent weniger als im Vorjahresquartal.

Warum sinken die Auslieferungen von Volkswagen?

Hauptgrund ist China: Dort fielen die Auslieferungen im dritten Quartal um 38,5 Prozent. Dazu kommen Rückgänge in den USA, die VW mit Zöllen und dem Ende der E-Auto-Förderung begründet.

Wie hoch ist der E-Auto-Anteil bei VW in Europa?

Rund 20 Prozent der in Europa ausgelieferten Konzernfahrzeuge sind reine Elektroautos. Im Auftragsbestand liegt der Anteil bei etwa 40 Prozent.

Wie viele Bestellungen hat der VW ID. Polo?

Volkswagen nennt keine Einzelzahl. Die vier Modelle ID. Polo, ID. Cross, Škoda Epiq und Cupra Raval kommen zusammen auf fast 150.000 Bestellungen.