Google verteilt ein wichtiges Sicherheitsupdate für Chrome 155. Unter Windows und macOS trägt der Browser danach die Nummer 155.0.8059.79/.80, unter Linux 155.0.8059.79. Das Paket schließt laut der offiziellen Mitteilung vom 13. Oktober 2026 insgesamt 37 Sicherheitslücken. Sieben davon bewertet Google als kritisch, die höchste Stufe im Chrome-Bewertungsschema. Wer Chrome nutzt, sollte den Browser jetzt aktualisieren und neu starten.
Wichtig zur Einordnung: Es ist bereits das zweite Chrome-155-Update im Oktober. Die erste 155er-Version erschien Anfang des Monats und enthielt andere Korrekturen. Das aktuelle Paket ist ein eigenständiges Folge-Update mit neuen CVE-Nummern.
Welche Lücken sind kritisch?
Alle sieben kritischen Fehler betreffen Speicherverwaltung, also Bereiche, in denen ein Programm auf Speicher zugreift, den es schon freigegeben hat (use after free), oder über einen Puffer hinausschreibt (buffer overflow). Solche Fehler sind der klassische Ausgangspunkt für Angriffe über manipulierte Webseiten. Technische Details hält Google wie üblich zurück, bis die Mehrheit der Nutzer aktualisiert hat.
| CVE | Bereich in Chrome | Art des Fehlers |
|---|---|---|
| CVE-2026-110152 | ANGLE (Grafik-Schnittstelle) | Buffer Overflow |
| CVE-2026-110149 | Browser | Use after free |
| CVE-2026-110136 | Use after free | |
| CVE-2026-110161 | Netzwerk | Use after free |
| CVE-2026-110165 | Core | Use after free |
| CVE-2026-110148 | SVG | Use after free |
| CVE-2026-110151 | Media | Use after free |
Dazu kommen 29 Lücken der Stufe „hoch“, unter anderem in der JavaScript-Engine V8, in WebRTC, im Passwort-Manager, im Installer und im Updater. Eine weitere Lücke im Dateisystem-Modul gilt als „mittel“.

Werden die Lücken schon ausgenutzt?
Nach derzeitigem Stand nein. In Googles Mitteilung fehlt der Hinweis, der bei bekannten Angriffen sonst auftaucht („exploit … exists in the wild“). Auch Deskmodder meldet keinen Exploit. Das ist eine gute Nachricht, aber kein Grund, das Update aufzuschieben: Sobald Patches öffentlich sind, können Angreifer die Änderungen analysieren und daraus Angriffe ableiten.
Wer hat die Fehler gefunden?
Auffällig ist die Liste der Melder. Mehr als ein Drittel der 37 Einträge geht auf den Sicherheitsforscher Xinyang Ge zurück. Bei einer V8-Lücke ist er ausdrücklich als Mitarbeiter von Anthropic genannt, „assisted by Claude“, also unterstützt vom hauseigenen KI-Modell. Viele weitere Fehler hat Google selbst entdeckt. Das passt zu einem Trend, den wir zuletzt auch beim Rekord-Patchday von Microsoft gesehen haben: KI-Werkzeuge finden Schwachstellen schneller, entsprechend wachsen die Update-Listen.
Welche Geräte sind betroffen?
| Plattform | Neue Version |
|---|---|
| Windows | 155.0.8059.79/.80 |
| macOS | 155.0.8059.79/.80 |
| Linux | 155.0.8059.79 |
| Android | 155.0.8059.79 |
| Extended Stable (Desktop) | 152.0.7977.167 |
Für Android gilt laut Google: Die Version enthält dieselben Sicherheitskorrekturen wie die Desktop-Ausgabe. Unternehmen, die den langsameren Extended-Stable-Kanal nutzen, erhalten ebenfalls ein Update auf 152.0.7977.167. Andere Browser auf Chromium-Basis wie Microsoft Edge, Brave, Opera oder Vivaldi teilen viel Code mit Chrome. Ob und wann sie die Korrekturen übernehmen, entscheiden die jeweiligen Hersteller. Achten Sie dort auf eigene Updates.
So aktualisieren Sie Chrome
Google verteilt das Update schrittweise „in den kommenden Tagen und Wochen“. Sie müssen nicht warten:
- Chrome öffnen und oben rechts auf das Drei-Punkte-Menü klicken.
- Hilfe → Über Google Chrome wählen. Chrome sucht nun nach Updates und lädt sie herunter.
- Auf Neu starten klicken. Erst danach ist die neue Version aktiv.
Auf Android-Smartphones läuft das Update über den Google Play Store (Chrome suchen → „Aktualisieren“). Im Unternehmensumfeld sollten Administratoren die neue Version über ihre Softwareverteilung ausrollen.
Ein Browser-Update ist nur ein Baustein. Wer im Browser Passwörter speichert, findet in unserem Passwort-Manager-Vergleich Alternativen mit zusätzlichen Schutzfunktionen.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich, ob ich die sichere Version habe?
Unter „Hilfe → Über Google Chrome“ steht die Versionsnummer. Beginnt sie mit 155.0.8059.79 oder höher, ist das Update installiert.
Muss ich den Browser wirklich neu starten?
Ja. Chrome lädt Updates im Hintergrund, aktiviert sie aber erst beim Neustart. Offene Tabs stellt der Browser danach wieder her.
Ist dieses Update dasselbe wie das erste Chrome-155-Update?
Nein. Anfang Oktober erschien die erste Version von Chrome 155 mit eigenen Korrekturen. Das Update vom 13. Oktober ist ein Nachfolger, der 37 weitere Lücken schließt.











