Der europäische Automarkt wächst wieder, und das Wachstum kommt fast vollständig von elektrifizierten Antrieben. Das zeigen die Zulassungszahlen, die der Herstellerverband ACEA am 24. September 2026 veröffentlicht hat. Von Januar bis August wurden in der EU 7.546.397 Pkw neu zugelassen, 5,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Reine Elektroautos kamen dabei auf 21,7 Prozent Marktanteil, nach 15,8 Prozent ein Jahr zuvor. Deutschland trägt zu diesem Sprung mehr bei als jedes andere Land.
Was die EU-Zahlen zeigen
Die Verschiebung zwischen den Antriebsarten ist in acht Monaten deutlich sichtbarer geworden als in früheren Jahren. Batterieelektrische Autos (BEV) legten EU-weit um 44,9 Prozent auf 1.641.333 Fahrzeuge zu. Klassische Verbrenner verloren dagegen: Benziner und Diesel gingen jeweils um 18,6 Prozent zurück und stellen zusammen nur noch 29 Prozent der Neuwagen, nach 37,5 Prozent im Vorjahr.
| Antrieb (EU, Jan.–Aug.) | Neuzulassungen 2026 | Veränderung | Anteil 2026 | Anteil 2025 |
|---|---|---|---|---|
| Hybrid ohne Stecker (HEV) | 2.759.718 | +11,1 % | 36,6 % | k. A. |
| Elektroauto (BEV) | 1.641.333 | +44,9 % | 21,7 % | 15,8 % |
| Benziner | 1.634.733 | −18,6 % | 21,7 % | 28,0 % |
| Plug-in-Hybrid (PHEV) | 758.082 | +19,6 % | 10,0 % | 8,8 % |
| Diesel | 550.692 | −18,6 % | 7,3 % | 9,4 % |
Quelle: ACEA; „k. A.“ = in der Pressemitteilung nicht genannt.
Beliebtester Antrieb bleibt der Vollhybrid ohne Ladestecker, wie ihn etwa Toyota in großen Stückzahlen verkauft. Bemerkenswert ist aber, dass Elektroautos inzwischen genauso oft neu zugelassen werden wie reine Benziner. Im August allein lag der BEV-Anteil in der EU nach unserer Berechnung aus den ACEA-Tabellen bereits bei rund 27,7 Prozent (196.486 von 708.211 Neuwagen).
Was das für Deutschland bedeutet
Für den deutschen Markt weist die ACEA für Januar bis August 515.545 neue Elektroautos aus, ein Plus von 53,1 Prozent. Damit entfällt knapp ein Drittel (31,4 Prozent) aller neuen E-Autos in der EU auf Deutschland. Der Gesamtmarkt wuchs hierzulande mit 4,8 Prozent auf 1.965.024 Pkw dagegen nur moderat. Die Elektroautos wachsen also vor allem auf Kosten anderer Antriebe.

Aus den ACEA-Zahlen haben wir die Anteile für Deutschland berechnet: Der BEV-Anteil stieg von 18,0 auf 26,2 Prozent. Benziner fielen von 28,1 auf 20,9 Prozent (411.348 Fahrzeuge, minus 21,9 Prozent), Diesel von 14,9 auf 12,6 Prozent. Plug-in-Hybride legten um 15,6 Prozent zu, Vollhybride nur um 5,2 Prozent.
Noch deutlicher wird der Trend im August. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) wurden in Deutschland 212.563 Pkw neu zugelassen, darunter 68.930 reine Elektroautos. Das entspricht einem Plus von 75,1 Prozent und einem Anteil von 32,4 Prozent. Damit fuhr erstmals fast jeder dritte Neuwagen in Deutschland rein elektrisch. Neue Benziner gingen im selben Monat um 37,9 Prozent zurück.
Als Treiber nennt die ACEA allgemein staatliche Förderung und ein breiteres Modellangebot. Für Deutschland verweist das Fachportal electrive auf die im Mai 2026 gestartete neue E-Auto-Förderung des Bundes, deren Wirkung sich in den Monatszahlen zunehmend zeige. Wie viele der Neuzulassungen tatsächlich gefördert wurden, geht aus den Statistiken nicht hervor.
Hersteller: VW vorn, chinesische Marken holen auf
Die Herstellertabellen der ACEA umfassen alle Antriebsarten, nicht nur Elektroautos. Sie zeigen dennoch, wer von der Verschiebung profitiert.
| Hersteller (EU, Jan.–Aug. 2026) | Neuzulassungen | Veränderung | Marktanteil (Vorjahr) |
|---|---|---|---|
| Volkswagen-Konzern | 1.998.648 | +1,3 % | 26,5 % (27,5 %) |
| Stellantis | 1.202.515 | +5,2 % | 15,9 % (15,9 %) |
| Renault Group | 781.285 | −4,0 % | 10,4 % (11,4 %) |
| BMW Group | 524.246 | +4,8 % | 6,9 % (7,0 %) |
| Mercedes-Benz | 373.055 | +3,5 % | 4,9 % (5,0 %) |
| BYD | 177.752 | +163,0 % | 2,4 % (0,9 %) |
| SAIC Motor | 163.707 | +19,8 % | 2,2 % (1,9 %) |
| Tesla | 142.165 | +65,9 % | 1,9 % (1,2 %) |
Quelle: ACEA, Hersteller nach Konzernzugehörigkeit.
Der Volkswagen-Konzern bleibt mit gut einem Viertel des Marktes klar die Nummer eins, wächst aber langsamer als der Markt und verliert einen Prozentpunkt Anteil. Im August allein lag VW sogar 3,2 Prozent unter Vorjahr, vor allem wegen Audi (minus 11,8 Prozent) und der Kernmarke Volkswagen (minus 3,9 Prozent). BMW und Mercedes-Benz halten ihre Anteile weitgehend.
Die größten Zuwächse verbuchen chinesische Hersteller: BYD hat seinen EU-Absatz mehr als verdoppelt und liegt inzwischen vor Tesla. Chery (Marken wie Omoda und Jaecoo) wuchs um 250,9 Prozent, Leapmotor, das über ein Gemeinschaftsunternehmen mit Stellantis vertrieben wird, sogar um 426,8 Prozent. Tesla erholt sich nach dem schwachen Vorjahr mit einem Plus von 65,9 Prozent, bleibt aber bei 1,9 Prozent Marktanteil.
Einordnung
Für Käuferinnen und Käufer in Deutschland heißt das vor allem: Das Angebot an Elektroautos wird breiter, und der Wettbewerb durch chinesische Marken nimmt spürbar zu. Ob sich das in den Preisen niederschlägt, lässt sich aus Zulassungszahlen nicht ablesen. Die aktuellen Werte sind laut ACEA zudem vorläufig und können noch korrigiert werden.
Parallel investieren deutsche Hersteller verstärkt in Software und assistiertes Fahren, etwa Mercedes-Benz mit dem britischen KI-Spezialisten Wayve. Ob der Elektro-Anteil im Herbst weiter steigt, werden die September-Zahlen von KBA und ACEA zeigen.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Anteil von Elektroautos in Deutschland 2026?
Von Januar bis August 2026 lag er nach ACEA-Daten bei rund 26,2 Prozent aller neu zugelassenen Pkw. Im August allein waren es laut KBA 32,4 Prozent.
Welches EU-Land hat die meisten neuen E-Autos?
Deutschland, mit 515.545 Neuzulassungen von Januar bis August 2026. Dahinter folgt Frankreich mit 322.099 Fahrzeugen, dort war das Wachstum mit 74,2 Prozent aber noch stärker.
Verkauft BYD in Europa mehr Autos als Tesla?
In der EU ja: Von Januar bis August 2026 kam BYD auf 177.752 Neuzulassungen, Tesla auf 142.165. Die BYD-Zahl umfasst allerdings neben Elektroautos auch Plug-in-Hybride.
Woher stammen die Zahlen?
Von der ACEA, dem Verband der europäischen Autohersteller, der Daten nationaler Verbände wie des KBA bündelt. Die Anteile für Deutschland hat dasTECHNO aus den ACEA-Tabellen berechnet.
Titelbild: CEphoto, Uwe Aranas, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.











