Wer unter Windows 11 den Dateiversionsverlauf für seine Backups nutzt, sollte jetzt einen Blick in die Einstellungen werfen. Seit dem regulären Sicherheitsupdate KB5124008 vom 8. September 2026 hat die eingebaute Sicherungsfunktion auf vielen Rechnern schlicht nicht mehr gearbeitet. Inzwischen hat Microsoft den Fehler in seiner Dokumentation als behoben markiert. Die Korrektur kommt allerdings nicht automatisch, sondern steckt im optionalen Vorschau-Update KB5124010 – und das hat eigene Probleme.
Was genau war kaputt?
Microsoft hatte das Problem am 19. September in die Liste der bekannten Fehler von KB5124008 aufgenommen. Betroffen waren Windows 11 in den Versionen 24H2 und 25H2 (Builds 26100.9445 und 26200.9445). Die Symptome im Überblick:
- Neue Sicherungen wurden nicht angelegt, bestehende nicht mehr aktualisiert.
- Windows forderte dazu auf, das Laufwerk erneut zu verbinden, obwohl die Backup-Platte angeschlossen war und funktionierte.
- Der Zeitstempel der letzten Sicherung blieb stehen.
- Bei neuen Dateien meldete der Reiter „Vorherige Versionen“, es gebe keine älteren Stände.
- In der Ereignisanzeige tauchten Abstürze von FileHistory.exe oder KERNELBASE.dll auf.
Tückisch daran: Wer die Warnung als harmlosen Hinweis wegklickte, merkte unter Umständen erst beim Wiederherstellen einer Datei, dass seit Wochen kein Backup mehr entstanden war. Laut BleepingComputer betraf der Fehler nicht nur die aktuellen Windows-11-Versionen, sondern auch Windows 11 23H2 und Windows 10 ab 21H2 einschließlich der LTSC-Ausgaben 2016 und 2019.
Wo steckt der Fix?

In den Versionshinweisen zu KB5124010 (Builds 26100.9550 und 26200.9550) nennt Microsoft ausdrücklich die Korrektur: Der Dateiversionsverlauf soll wieder auf externe Laufwerke und Netzwerkziele sichern und von dort wiederherstellen können, die falsche „Laufwerk erneut verbinden“-Meldung soll verschwinden. Für Windows 11 26H1 gibt es die Korrektur mit KB5124006.
Beide Pakete sind nicht sicherheitsrelevante Vorschau-Updates. Sie werden nur installiert, wenn Sie das aktiv anstoßen:
- Einstellungen öffnen und Windows Update wählen.
- Unter Erweiterte Optionen den Punkt Optionale Updates aufrufen.
- KB5124010 (bzw. KB5124006) auswählen, installieren und neu starten.
Wer darauf verzichtet, bekommt den Fix mit dem nächsten regulären Patchday am 13. Oktober 2026 automatisch. Bis dahin bleibt der Dateiversionsverlauf auf ungepatchten Systemen unzuverlässig.
Der Haken: Battlefield 6
Gamer sollten vor der Installation abwägen. Wie wir berichtet haben, melden zahlreiche Spieler, dass Battlefield 6 nach KB5124010 kurz nach dem Start abstürzt; vermutet wird ein Konflikt mit EAs Anti-Cheat Javelin. Microsoft führt das bislang nicht als bekanntes Problem. Als offizielle Einschränkungen des Updates nennt Microsoft weiterhin Vertrauensprobleme bei Domänen-PCs mit Credential Guard und Aussetzer bei USB-Audiogeräten der Klasse 1.0.
Unsere Einschätzung für die Praxis:
| Ihre Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Sie sichern mit dem Dateiversionsverlauf, spielen keine EA-Titel | KB5124010 jetzt installieren und danach eine Sicherung manuell anstoßen |
| Sie spielen Battlefield 6 | Bis Oktober warten und wichtige Daten übergangsweise anders sichern |
| Firmen-PC mit Credential Guard | Freigabe durch die IT abwarten |
| Windows 10 oder Windows 11 23H2 | Kein Fix bekannt – alternative Sicherung nutzen |
Warum nicht einfach KB5124008 deinstallieren?
Das Entfernen des September-Patches brachte laut Nutzerberichten zwar den Dateiversionsverlauf zurück, reißt aber alle Sicherheitskorrekturen des Monats wieder heraus. Microsoft rät davon ab, und ein offener Rechner ist kein guter Tausch für eine funktionierende Backup-Funktion. Sinnvoller ist es, KB5124008 zu behalten und entweder den Fix nachzuinstallieren oder bis Oktober eine zweite Sicherungsmethode zu verwenden – etwa eine manuelle Kopie auf eine externe Festplatte oder die Synchronisierung wichtiger Ordner mit einem Cloud-Speicher. Wie Sie das sauber aufsetzen, erklärt unser Ratgeber zur 3-2-1-Backup-Regel.
Einordnung
Der September-Patch gehört zu den holprigeren Updates des Jahres. Neben dem Backup-Fehler musste Microsoft bereits am 14. September mit dem Notfall-Update KB5129195 Probleme bei Remotedesktop, USB-Audio und Hyper-V-Linux-VMs beheben. Dass ausgerechnet eine Sicherungsfunktion still ausfällt, zeigt, warum man sich nie auf eine einzige Backup-Methode verlassen sollte.
Häufige Fragen
Sind meine alten Sicherungen verloren?
Nach den Angaben von Microsoft betrifft der Fehler das Anlegen und Aktualisieren von Sicherungen. Dass bestehende Backups gelöscht wurden, geht aus den Versionshinweisen nicht hervor.
Wie prüfe ich, ob mein PC betroffen war?
Öffnen Sie in der Systemsteuerung den Dateiversionsverlauf und sehen Sie sich das Datum der letzten Sicherung an. Liegt es vor oder um den 8. September, wurde seitdem nichts gesichert. Nach dem Fix sollten Sie die Sicherung einmal manuell starten.
Bekommt Windows 10 noch eine Korrektur?
Microsoft hat für Windows 10 bislang kein konkretes Update genannt. Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald es Neuigkeiten gibt.










