Wer seinen alten Windows-Rechner in den nächsten Wochen gegen einen neuen tauscht, muss sich auf einen anderen Umzugsweg einstellen. Microsoft hat die PC-zu-PC-Migration aus Windows 11 gestrichen. Das geht aus den Versionshinweisen zum optionalen Vorschau-Update KB5124010 hervor, das Microsoft am 22. September (US-Zeit) veröffentlicht hat. Die Funktion sei „nicht mehr verfügbar“, heißt es dort knapp. Stattdessen verweist der Konzern auf die cloudbasierte Windows-Sicherung. Eine Begründung liefert Microsoft nicht.
Was hat Microsoft genau geändert?
KB5124010 ist ein sogenanntes Non-Security-Preview-Update für Windows 11 in den Versionen 24H2 und 25H2. Nach der Installation lauten die Buildnummern 26100.9550 beziehungsweise 26200.9550. Neben dem Wegfall der Migration bringt das Paket unter anderem Emoji 17.0, neue Touchpad-Gesten und die Möglichkeit, die Copilot-Taste auf die rechte Strg-Taste umzulegen.
Ganz überraschend kommt der Schritt nicht. Bereits am 10. September hatte Microsoft den gleichen Hinweis in der Ankündigung der Release-Preview-Builds 26100.9539 und 26200.9539 für Windows Insider untergebracht. Auch die deutsche Support-Seite zum Übertragen von Dateien auf einen neuen PC trägt inzwischen den Vermerk, dass das Feature nicht mehr angeboten wird.
Wie funktionierte die PC-zu-PC-Migration?
Das Werkzeug war in die App Windows-Sicherung integriert und tauchte beim Einrichten eines neuen Rechners auf. Alter und neuer PC mussten im selben WLAN oder per Kabel im selben Netz hängen. Nach der Kopplung über einen einmaligen Code wanderten Dokumente, Fotos, Videos sowie Einstellungen wie Hintergrundbild und Design direkt von Gerät zu Gerät. Die Daten verließen dabei nie das eigene Netzwerk. Programme, Passwörter und mit BitLocker verschlüsselte Laufwerke blieben allerdings außen vor.
Microsoft hatte die Funktion erst 2025 in die Erprobung geschickt und dann schrittweise ausgerollt. Viele Nutzer dürften sie also nie zu Gesicht bekommen haben.

Was bedeutet das für Nutzer in Deutschland?
Der offizielle Ersatz führt über die Cloud, und das hat drei praktische Folgen:
- Speicherplatz: Die Windows-Sicherung synchronisiert die Ordner Desktop, Dokumente, Bilder, Videos und Musik mit OneDrive. Ein kostenloses Microsoft-Konto enthält laut Microsoft aber nur 5 GB. Wer eine größere Foto- oder Videosammlung umziehen will, braucht mehr Speicher gegen Bezahlung oder einen anderen Weg.
- Kontozwang: Die Sicherung funktioniert nur mit einem privaten Microsoft-Konto (etwa @outlook.com). Arbeits-, Schul- oder Uni-Konten unterstützt sie laut Support-Dokument nicht. Firmen-PCs bleiben damit Sache der IT-Abteilung.
- Daten in der Cloud: Wer persönliche Dateien aus Datenschutzgründen nicht bei einem Cloud-Anbieter ablegen möchte, hat mit der lokalen Migration die einzige eingebaute Alternative verloren. Außerdem hängt die Dauer des Umzugs nun vom Upload der eigenen Internetleitung ab.

Welche Wege bleiben für den Umzug?
Microsoft nennt auf seinen Support-Seiten weiterhin diese Möglichkeiten:
- Windows-Sicherung: Unter Einstellungen > Konten > Windows-Sicherung wählen Sie Ordner, Apps und Einstellungen aus. Beim Einrichten des neuen PCs mit demselben Microsoft-Konto bietet Windows anschließend die Wiederherstellung an. Store-Apps, WLAN-Profile und einige Einstellungen werden dabei übernommen, klassische Desktop-Programme müssen Sie neu installieren.
- Externer Datenträger: Dateien per USB-Stick, SD-Karte oder externer Festplatte kopieren. Das ist der einzige offizielle Weg ohne Konto und ohne Cloud.
- Nur OneDrive: Liegen Ihre Dateien ohnehin in OneDrive, genügt die Anmeldung auf dem neuen Gerät.
Wer auf die externe Festplatte setzt und dafür den Dateiversionsverlauf nutzt, sollte wissen, dass diese Funktion nach dem September-Patchday bei vielen Nutzern ausgefallen war. Mehr dazu in unserem Beitrag zum Dateiversionsverlauf-Fehler und KB5124010. Dort steht auch, warum das Update im Verdacht steht, Battlefield 6 zum Absturz zu bringen.
Wann trifft die Änderung alle Rechner?
KB5124010 ist optional und wird nur installiert, wenn Sie es in Windows Update ausdrücklich anstoßen oder die Option für frühe Updates aktiviert haben. Inhalte der Vorschau-Updates landen bei Microsoft jedoch in der Regel im nächsten regulären Sicherheitsupdate. Mit dem Patchday am 13. Oktober 2026 dürfte die Migration also auf allen Windows-11-PCs mit 24H2 und 25H2 verschwinden. Einen eigenen Termin hat Microsoft dafür nicht genannt.
Laut heise ist KB5124010 zugleich das letzte Vorschau-Update für Windows 11 24H2, da die Home- und Pro-Editionen dieser Version im Oktober ihr Support-Ende erreichen. Ebenfalls zu beachten: Microsoft führt für das Paket zwei bekannte Probleme auf, nämlich Audio-Ausfälle bei USB-Geräten nach dem Standard USB Audio Class 1.0 sowie verlorene Domänen-Vertrauensstellungen auf Rechnern mit Credential Guard. Selbst ausprobiert haben wir das Update nicht; die Angaben stammen aus Microsofts Dokumentation.
Häufige Fragen
Bleibt die Migration erhalten, wenn ich KB5124010 nicht installiere?
Vorübergehend womöglich ja. Microsofts Umzugsanleitung führt das Werkzeug aber bereits als nicht mehr verfügbar. Spätestens mit einem der nächsten regulären Updates sollten Sie nicht mehr damit rechnen.
Kostet die Windows-Sicherung Geld?
Die App selbst ist kostenlos. Der enthaltene OneDrive-Speicher ist mit 5 GB aber knapp bemessen; darüber hinaus fallen Kosten für zusätzlichen Speicher an.
Funktioniert die Windows-Sicherung mit einem lokalen Konto?
Nein. Microsoft setzt ein persönliches Microsoft-Konto voraus. Mit einem lokalen Konto bleibt Ihnen der Umzug per externem Datenträger.
Werden meine Programme mit umgezogen?
Nur Apps aus dem Microsoft Store lassen sich über die Windows-Sicherung wiederherstellen. Software, die Sie außerhalb des Stores installiert haben, müssen Sie auf dem neuen PC erneut einrichten.









