F-Droid, der bekannteste App-Store für freie Android-Software, erscheint in Version 2.0. Das Projekt hat die neue App am 24. September 2026 offiziell angekündigt und spricht vom umfangreichsten Update seit einem Jahrzehnt. Nach über einem Jahr Entwicklung und 14 Testversionen wird die Version nun schrittweise an die Nutzer verteilt – es kann also einige Wochen dauern, bis sie auf Ihrem Gerät ankommt.
Für Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland ist das Update doppelt interessant: Ein Teil der Verbesserungen geht nach Angaben von F-Droid direkt auf EU-Recht zurück, und gleichzeitig rückt Googles neue Registrierungspflicht für App-Entwickler näher.
Was ist F-Droid?
F-Droid ist ein alternativer App-Store für Android, der ausschließlich quelloffene Apps anbietet. Das Projekt kompiliert die Apps selbst aus dem veröffentlichten Quellcode und kennzeichnet sogenannte Anti-Features – etwa Werbe-Tracker oder Abhängigkeiten von proprietären Diensten. Bekannte Apps im Katalog sind zum Beispiel Organic Maps, DAVx⁵ oder K-9 Mail. F-Droid ist nicht im Google Play Store erhältlich, sondern wird direkt über die Projektwebsite installiert. Gerade bei datenschutzbewussten Anwendern und auf Custom-ROMs ist der Store weit verbreitet.
Die Neuerungen im Überblick
Die Oberfläche wurde vollständig neu geschrieben und folgt jetzt den aktuellen Material-Design-Vorgaben von Android. Statt der bisherigen unteren Navigationsleiste gibt es drei Hauptbereiche: Entdecken, Suche und Meine Apps. Einstellungen und die Funktion Nearby Swap (Apps ohne Internet zwischen Geräten austauschen) sitzen nun in der oberen Leiste.
| Bereich | Änderung in F-Droid 2.0 |
|---|---|
| Technik | Neu geschrieben in Kotlin mit Jetpack Compose |
| Startseite | Reihen für neue, kürzlich aktualisierte und meistgeladene Apps |
| Kategorien | Überarbeitet, Spiele in 17 Genres unterteilt |
| Suche | Durchsucht auch Beschreibungen, Kategorien und Übersetzungen; merkt sich frühere Suchanfragen |
| Filter | Nach Kategorie, Gerätekompatibilität und Anti-Features |
| Installation | Einheitlicher Installer mit Vorab-Freigabe (Pre-Approval-API) |
| Updates | Mehrere Downloads und Updates gleichzeitig, automatische Prüfung im Hintergrund |
| Voraussetzung | Android 7.0 oder neuer |
Neu sind außerdem kurze Erklärbildschirme an verschiedenen Stellen der App, die Einsteigern die Bedienung erleichtern sollen.

Weniger Klicks dank Digital Markets Act
Wer bisher Apps über F-Droid installiert hat, kennt die Kette aus Bestätigungsdialogen. Version 2.0 nutzt den sogenannten Session Installer mit Pre-Approval-API: Sie erteilen die Erlaubnis einmal vorab, danach läuft der Download ohne weitere Zwischenschritte. Auf aktuellen Android-Versionen sind automatische Hintergrund-Updates standardmäßig aktiv.
Dass alternative App-Stores diese Möglichkeiten überhaupt nutzen können, führt F-Droid ausdrücklich auf den Digital Markets Act (DMA) der EU zurück. Das Gesetz verpflichtet große Plattformbetreiber wie Google, Drittanbietern fairen Zugang zu gewähren. Für Deutschland, wo der DMA seit 2024 vollständig gilt, ist das ein konkretes Beispiel dafür, wie sich die Regulierung im Alltag bemerkbar macht.
Die gewohnte Wischgeste zum Aktualisieren der Liste gibt es nicht mehr. Eine händische Prüfung ist trotzdem weiterhin möglich: Sie steckt jetzt im Menü des Bereichs „Meine Apps“.
Was entfällt?
Nicht alles aus der alten App ist mitgekommen. Das sollten Sie wissen, bevor Sie aktualisieren:
- F-Droid Privileged Extension: Die Erweiterung, mit der manche Custom-ROMs Apps ohne Rückfrage installieren konnten, wird nicht mehr unterstützt. Ihre Aufgabe übernimmt der Standard-Installer von Android.
- Tor: Die automatische Erkennung von Tor fällt weg. Die bisherige Option wird in allgemeine Proxy-Einstellungen überführt.
- Panik-Funktion: Das automatische Löschen von Apps im Notfall ist vorübergehend entfernt und soll später zurückkehren.
- Android 6: Geräte mit Android 6.0 erhalten Version 2.0 nicht und bleiben bei der 1.x-Reihe.
Die neue App wurde vorab vom Security Lab des Open Technology Fund zusammen mit dem Unternehmen Convocation unabhängig geprüft. Finanziell unterstützt wurde die Entwicklung unter anderem durch den Mobifree-Fonds der niederländischen Stiftung NLnet im EU-Programm Next Generation Internet (NGI), den Open Technology Fund und das Calyx Institute.
Warum der Zeitpunkt wichtig ist: Googles Entwickler-Verifizierung
Parallel verändert Google die Regeln für Android. Mit der Android Developer Verification müssen sich Entwickler bei Google registrieren – auch dann, wenn ihre Apps nicht über Google Play verteilt werden. Laut Googles offizieller Übersicht greift die Pflicht ab dem 30. September 2026 zunächst in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand. Die weltweite Ausweitung auf alle zertifizierten Android-Geräte – und damit auch auf Deutschland – ist ab 2027 geplant.
Apps nicht registrierter Entwickler sollen über einen „erweiterten“ Installationsweg für erfahrene Nutzer, der seit August 2026 existiert, weiterhin installierbar bleiben. Für F-Droid, dessen Katalog zu großen Teilen aus kleinen ehrenamtlichen Projekten besteht, bedeutet das dennoch eine zusätzliche Hürde. Wie die Pflicht mit den Vorgaben des DMA in der EU zusammenpasst, ist bislang offen.
Mehr zu Android ohne Google-Dienste lesen Sie in unserem Beitrag zu Motorola und GrapheneOS. Dass auch Hersteller-Software Schwachstellen haben kann, zeigt die aktuelle Root-Lücke bei OnePlus.
Häufige Fragen
Wann bekomme ich F-Droid 2.0?
F-Droid verteilt die neue Version schrittweise über die kommenden Wochen. Wer die App bereits nutzt, erhält das Update über F-Droid selbst.
Läuft F-Droid 2.0 auf meinem alten Smartphone?
Nur mit Android 7.0 oder neuer. Geräte mit Android 6 bleiben bei der bisherigen Version.
Kostet F-Droid etwas?
Nein. Der Store und die angebotenen Apps sind kostenlos und quelloffen. Das Projekt finanziert sich über Spenden und Fördergelder.
Ist F-Droid von Googles Registrierungspflicht betroffen?
Nicht der Store selbst, aber viele Entwickler der dort angebotenen Apps. In Deutschland soll die Pflicht nach aktuellem Stand ab 2027 greifen; Details für die EU stehen noch aus.









