Apple hat am Montagabend, 2. November 2026, nach US-Börsenschluss die Zahlen für das vierte Quartal seines Geschäftsjahres 2026 vorgelegt. Von Juli bis Ende September setzte der Konzern 114,5 Milliarden US-Dollar um, 12 Prozent mehr als ein Jahr zuvor – so viel wie noch nie in einem September-Quartal. Der Nettogewinn stieg ebenfalls um 12 Prozent auf 30,7 Milliarden Dollar. Für Kunden ist aber vor allem der Ausblick interessant: Apple rechnet im Weihnachtsgeschäft mit spürbar höheren Kosten für Arbeitsspeicher und mit Lieferengpässen bei Mac und iPad.
Es war zugleich eine Premiere. John Ternus, seit dem 1. September Nachfolger von Tim Cook an der Konzernspitze, stellte sich zum ersten Mal als CEO den Fragen der Analysten. Was die Zahlen zeigen und was sie für Käufer in Deutschland bedeuten, lesen Sie hier.
Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick
| Kennzahl | Q4 GJ 2026 | Vorjahr | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatz | 114,5 Mrd. $ | 102,5 Mrd. $ | +12 % |
| Nettogewinn | 30,7 Mrd. $ | 27,5 Mrd. $ | +12 % |
| Gewinn je Aktie (verwässert) | 2,10 $ | 1,85 $ | +14 % |
| Bruttomarge | 47,9 % | 47,2 % | +0,7 Punkte |
| Umsatz Europa | 32,0 Mrd. $ | 28,7 Mrd. $ | +11,5 % |
Im Gewinn je Aktie stecken laut Apple 5 Cent aus Rückerstattungen von US-Zöllen. Ohne diesen Sondereffekt wäre das Plus etwas kleiner ausgefallen. Die Dividende bleibt bei 0,27 Dollar je Aktie und wird am 16. November ausgezahlt.
Aufs ganze Geschäftsjahr gerechnet kam Apple auf 478,8 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von 15 Prozent und ein Allzeitrekord. Der Gewinn je Aktie stieg im Jahresvergleich auf 8,98 Dollar.
Welche Produkte wachsen – und welche nicht?

Das iPhone bleibt das Zugpferd: 57,6 Milliarden Dollar entsprechen einem Plus von 17,5 Prozent und einem neuen Höchstwert für ein September-Quartal. Das Quartal endete am 26. September, kurz nach dem Start der neuen Generation: Das iPhone 18 Pro kam in Deutschland ab 1.449 Euro in den Handel, dazu das faltbare iPhone Duo.
Der Mac legte um 24 Prozent auf 10,8 Milliarden Dollar zu. Laut Apple trugen vor allem das MacBook Neo und das MacBook Pro dazu bei. Die neue Generation, etwa das MacBook Pro mit Touchscreen ab 3.299 Euro, ist in diesen Zahlen noch gar nicht enthalten.
Beim iPad ging es dagegen um rund 10 Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar abwärts. Apple nennt zwei Gründe: Lieferengpässe und einen schwierigen Vergleich mit dem Vorjahresquartal, in dem das iPad mit A16-Chip neu auf den Markt gekommen war. Auch Wearables, Home und Zubehör (Apple Watch, AirPods und Co.) schrumpften um knapp 8 Prozent.
Die Services – App Store, iCloud, Apple Music, Apple TV und Co. – erreichten mit 31,6 Milliarden Dollar ein Allzeithoch, ein Plus von knapp 10 Prozent. Rund 28 Prozent des Umsatzes stammen damit inzwischen aus Diensten, die deutlich höhere Margen abwerfen als Hardware.
Regional wuchs Großchina mit 21 Prozent am stärksten. Das Segment Europa, zu dem bei Apple auch Indien, der Nahe Osten und Afrika gehören, steigerte sich um 11,5 Prozent auf 32,0 Milliarden Dollar. Eigene Zahlen für Deutschland veröffentlicht Apple nicht.
Ternus' erster Auftritt als CEO
Ternus eröffnete die Telefonkonferenz mit den Worten, es sei ein Privileg, zum ersten Mal als Apple-CEO dabei zu sein. In der Pressemitteilung hob er den Umsatzrekord hervor und verwies auf das Produktportfolio für die Feiertage: iPhone Duo, iPhone 18 Pro und Pro Max, neue Geräte fürs Zuhause, Touch auf dem Mac und die neue Siri AI. Apple schließe das Jahr mit dem bislang „ehrgeizigsten Line-up“ ab, so Ternus.
Finanzchef Kevan Parekh betonte die Rekorde bei Nettogewinn und Gewinn je Aktie für ein September-Quartal. Im Quartal erwirtschaftete Apple 28 Milliarden Dollar operativen Cashflow und gab genau diese Summe über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurück.
Wie Ternus strategisch tickt, hatte er kurz zuvor in einem ausführlichen Gespräch mit WIRED skizziert – unser Bericht: Apple-Chef John Ternus: Keine KI nur um der KI willen.
Weihnachtsquartal: Rekord erwartet, aber Speicher wird teurer
Für das laufende Quartal Oktober bis Dezember erwartet Apple 7 bis 10 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr und spricht vom voraussichtlich umsatzstärksten Quartal der Firmengeschichte. Die Services sollen um 8 bis 9 Prozent wachsen, die Betriebskosten zwischen 20,4 und 20,8 Milliarden Dollar liegen.
Die Bruttomarge soll jedoch auf 45 bis 46 Prozent sinken, nach 47,9 Prozent im September-Quartal. Als Hauptgrund nannte Apple höhere Speicherkosten. Parekh bezeichnete die Lage bei den Speicherpreisen laut MacRumors als „beispiellos“ und rechnet im Dezember-Quartal mit noch höheren Kosten. Teilweise ausgleichen sollen das Lagerbestände, die noch zu älteren Preisen eingekauft wurden, günstigere Nicht-Speicher-Bauteile – und Preiserhöhungen.
Apple räumte in der Konferenz ein, die Preise für mehrere Produkte nur widerwillig angehoben zu haben: zuerst bei iPad und Mac im Juni, im September dann beim iPhone. Wie stark der Druck in der Branche ist, zeigen auch die Rekordzahlen von SK Hynix, das mit einer Speicherknappheit bis 2030 rechnet.
Was bedeutet das für Käufer in Deutschland?
Wer zu Weihnachten einen Mac oder ein iPad verschenken will, sollte nicht zu lange warten. Apple erwartet im Dezember-Quartal ausdrücklich Engpässe bei Mac und iPad, vor allem wegen Speicher, und weil die Nachfrage höher ausfällt als geplant. Auch das iPhone Duo ist knapp: Wann Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht sind, könne Apple derzeit nicht vorhersagen.
Neue Preiserhöhungen für Deutschland hat Apple mit den Zahlen nicht angekündigt. Die Aussagen zu den Speicherkosten zeigen aber, dass Apple den Kostendruck nicht allein über die eigene Marge auffangen will. Rabattaktionen bei Händlern dürften bei knapper Ware eher zurückhaltend ausfallen – eine Einschätzung, keine Ankündigung von Apple. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.
Häufige Fragen
Wie viel Umsatz hat Apple im vierten Quartal 2026 gemacht?
114,5 Milliarden US-Dollar im Quartal von Juli bis September 2026, 12 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Nettogewinn lag bei 30,7 Milliarden Dollar.
Warum spricht Apple vom vierten Quartal, obwohl es Juli bis September ist?
Apples Geschäftsjahr endet Ende September. Das Quartal Juli bis September ist deshalb das vierte und letzte Quartal des Geschäftsjahres 2026.
Werden Mac und iPad knapp?
Apple selbst rechnet im Weihnachtsquartal mit Lieferengpässen bei Mac und iPad, hauptsächlich wegen Speicher. Konkrete Lieferzeiten für Deutschland nannte der Konzern nicht.
Seit wann ist John Ternus Apple-CEO?
Seit dem 1. September 2026. Tim Cook wechselte an diesem Tag an die Spitze des Verwaltungsrats. Die Telefonkonferenz am 2. November war Ternus' erste als CEO.










