Google beendet die Gems in Gemini. Im Gem-Manager der Gemini-App erscheint seit dem Wochenende ein Hinweis: Ab dem 17. November 2026 werden alle Gems automatisch zu „Skills“ umgewandelt. Bis zur Migration sollen sich die eigenen Gems weiter normal nutzen lassen, ein manueller Export ist laut Hinweis nicht nötig.

Für Nutzer in Deutschland hat die Ankündigung einen Haken: Skills sind nach Googles eigener Hilfeseite derzeit nur mit einem kostenpflichtigen Abo nutzbar – und im Europäischen Wirtschaftsraum gar nicht verfügbar. Was aus deutschen Gems wird, ist damit offen.

Was Google offiziell mitteilt

Die Grundlage ist ein kurzer Hinweis direkt in Gemini, über den unter anderem 9to5Google und Caschys Blog berichtet haben. Sinngemäß heißt es dort: Gems werden ab dem 17. November zu Skills, die Umstellung beginnt automatisch, und Gems bleiben bis zu ihrer Migration nutzbar. Der „Weitere Informationen“-Link auf eine Google-Hilfeseite zum Thema lief am 27. September noch ins Leere (Fehler 404). Eine Blogmitteilung von Google gibt es bislang nicht.

Offene Punkte, zu denen Google sich noch nicht geäußert hat:

  • Bekommen Nutzer des kostenlosen Gemini-Tarifs Zugang zu Skills, oder verlieren sie ihre Gems faktisch?
  • Was passiert mit geteilten Gems und den von Google vorgefertigten Gems?
  • Wie geht es mit Gems in Google-Workspace-Konten weiter?
  • Und vor allem: Wie läuft die Umstellung in Ländern, in denen Skills gar nicht angeboten werden?

Android Authority hatte schon vorher im Code der Gemini-App Hinweise gefunden, dass das Erstellen und Bearbeiten von Gems bereits ab dem 13. Oktober abgeschaltet werden könnte. Diesen Termin hat Google nicht bestätigt; der offizielle Hinweis nennt nur den 17. November.

Gemini Gems und Skills: Was sich ändert
Grafik: dasTECHNO · Daten: Google Gemini-Hilfe, Hinweis in der Gemini-App (27.09.2026)

Gems und Skills: der Unterschied

Gems sind gespeicherte Anweisungen, mit denen man Gemini für wiederkehrende Aufgaben eine feste Rolle gibt – etwa als Lernhilfe für Vokabeln, als Korrekturleser oder als Programmierassistent. Google führte sie im Sommer 2024 für zahlende Kunden ein und öffnete sie im März 2025 für alle Nutzer, also auch im Gratis-Tarif.

Skills beschreibt Google in seiner Hilfe als wiederverwendbare Anweisungen plus Zusatzkontext, die Gemini beibringen, wie eine bestimmte Aufgabe erledigt wird und welche Werkzeuge dafür nötig sind. Der entscheidende Unterschied: Skills leben derzeit ausschließlich in Gemini Spark, Googles Agenten-Funktion, die Aufgaben auch im Hintergrund abarbeitet. Gemini kann einen passenden Skill selbstständig heranziehen, mehrere Skills lassen sich in einer Aufgabe kombinieren.

GemsSkills
EinsatzGemini-ChatGemini Spark (Agent)
ErstellenAnweisungen und Dateien im Gem-ManagerMit Gemini, per Vorlage, leer oder per Upload einer SKILL.md/ZIP-Datei (bis 100 MB)
AufrufNutzer öffnet das GemNutzer wählt Skill oder Gemini nutzt ihn automatisch
AboAuch kostenlosDerzeit Google AI Pro oder Ultra
Verfügbar in DeutschlandJaDerzeit nein (EWR ausgenommen)

Laut Hilfeseite dürfen Skripte, die man in einen Skill hochlädt, übrigens nicht mit fremden Websites interagieren. Zusätzlich verlangt Google für Skills die Einstellung „Aktivitäten speichern“ (Keep Activity) und ein privates Google-Konto; Arbeits- und Schulkonten bleiben vorerst außen vor.

Was bedeutet das für Nutzer in Deutschland?

Die deutsche Version der Google-Hilfe ist eindeutig: Skills sind überall dort verfügbar, wo Gemini-Apps unterstützt werden, „mit Ausnahme des Europäischen Wirtschaftsraums, Nigerias, der Schweiz und des Vereinigten Königreichs“. Dasselbe gilt für Gemini Spark. Deutschland gehört zum EWR.

Daraus ergeben sich zwei denkbare Wege, die Google bisher aber nicht bestätigt hat: Entweder startet Google Spark und Skills bis Mitte November auch in Europa, oder die Umstellung läuft hierzulande anders bzw. später. Europäische Starts von KI-Agenten verzögern sich häufig – unter anderem wegen DSGVO-Prüfungen und der Pflichten aus dem AI Act. Mehr zum Umgang der Chatbots mit Ihren Daten lesen Sie in unserem Überblick zum Datenschutz bei ChatGPT, Gemini und Claude.

Unser Rat: Wer Gems intensiv nutzt, sollte die Anweisungen seiner wichtigsten Gems jetzt als Text sichern. Das kostet wenige Minuten und schützt vor Überraschungen, falls die automatische Migration in Deutschland nicht wie angekündigt greift. Wir haben die Umstellung nicht selbst ausprobiert; die Angaben stützen sich auf Googles Hilfeseiten und den App-Hinweis.

Hintergrund: Google baut Gemini zum Agenten um

Die Gems-Abschaltung passt in Googles Kurs, Gemini vom Chatbot zum handelnden Assistenten zu machen. Spark erledigt mehrstufige Aufgaben im Hintergrund, und mit „Call for Me“ testet Google in den USA sogar Telefonate im Namen der Nutzer. Auch die Konkurrenz setzt auf wiederverwendbare Fähigkeiten statt auf feste Chat-Rollen. Wie sich die großen Assistenten insgesamt schlagen, zeigt unser Vergleich von ChatGPT, Gemini und Claude.

Häufige Fragen

Wann werden Gemini Gems abgeschaltet?

Laut dem Hinweis in der Gemini-App beginnt die automatische Umwandlung in Skills am 17. November 2026. Bis dahin funktionieren Gems weiter.

Muss ich meine Gems selbst umziehen?

Nein, Google migriert sie automatisch. Eine Sicherung der Anweisungen als Text ist trotzdem sinnvoll, weil Details noch offen sind.

Kann ich Skills in Deutschland nutzen?

Derzeit nicht. Laut Google-Hilfe sind Skills und Gemini Spark im Europäischen Wirtschaftsraum nicht verfügbar.

Sind Skills kostenlos?

Aktuell nein. Skills setzen ein Google-AI-Pro- oder -Ultra-Abo voraus. Ob sich das mit der Gems-Migration ändert, hat Google nicht gesagt.