Adobe erweitert seine Präsenz in KI-Assistenten: Seit Donnerstag, dem 24. September 2026, lässt sich Google Gemini mit Adobe-Werkzeugen aus Photoshop, Lightroom, Firefly und Express verknüpfen. Parallel baut Adobe sein Plugin für Anthropics Claude aus. Dort kommt erstmals Acrobat hinzu, womit sich PDFs im Chat sortieren, schwärzen und umwandeln lassen.
Für Nutzerinnen und Nutzer heißt das: Wer ein Foto aufhellen, ein Produktbild freistellen oder aus mehreren PDF-Dateien ein Dokument machen möchte, muss dafür nicht mehr zwingend die jeweilige Adobe-App öffnen. Die Anweisung wird im Chatfenster formuliert, die Bearbeitung übernehmen Adobes Werkzeuge im Hintergrund. Wir fassen zusammen, was in welchem Assistenten möglich ist, welche Konten Sie brauchen und welche Fragen Adobe noch offenlässt.

Was kann Adobe in Google Gemini?
In Gemini tritt Adobe als sogenannte verbundene App auf. Nach der Verknüpfung lässt sich Adobe im Eingabefeld gezielt ansprechen, ähnlich wie andere Erweiterungen des Google-Assistenten. Laut Adobe decken die Werkzeuge vor allem drei Einsatzzwecke ab:
- Fotos verbessern: Belichtung und Farben anpassen, mehreren Bildern einen einheitlichen Look geben – hier greifen Funktionen aus Photoshop und Lightroom.
- Marketingmaterial erstellen: etwa Produktfotos aufbereiten oder Motive für soziale Netzwerke erzeugen.
- Designs anpassen: Vorlagen aus Adobe Express im Gespräch verändern, Firefly steuert generative Bildfunktionen bei.
Eingerichtet wird die Verbindung in den Gemini-Einstellungen unter Personal Intelligence → Connected Apps → Adobe. Dort melden Sie sich mit einem Adobe-Konto an; wer keines hat, kann nach Adobes Angaben kostenlos eines anlegen. Adobe spricht von einem weltweiten Start über alle Gemini-Tarife hinweg, schränkt im Kleingedruckten aber ein, dass Kompatibilität und Verfügbarkeit variieren können.
Von Google kommt Rückendeckung: Neal Pancholi, bei Google für globale Partnerschaften rund um Gemini zuständig, spricht im Adobe-Beitrag von einer ausgebauten Partnerschaft, die Kreativwerkzeuge direkt in Gemini bringe.
Was ist neu im Claude-Plugin?
Für Claude gibt es Adobe bereits seit Ende April 2026. Damals startete der Connector „Adobe for creativity“ mit gut 50 Werkzeugen, vor allem rund um Adobe Express, Photoshop und Lightroom. Jetzt fasst Adobe alles zu einem Plugin mit mehr als 80 Werkzeugen zusammen. Neu ist vor allem Acrobat:
- PDF-Seiten löschen, neu anordnen, zusammenführen oder aufteilen
- vertrauliche Inhalte schwärzen
- PDFs in andere Formate umwandeln und exportieren
- ein interaktiver PDF-Editor, in dem Sie selbst Text ändern, Seiten verschieben und Markierungen setzen
- eine Funktion namens „Document Review“, die Dokumente analysiert und Verbesserungen vorschlägt

Dazu kommt ein interaktiver Editor für Express-Designs. Statt ein Motiv bei jeder Änderung komplett neu erzeugen zu lassen, können Sie einzelne Ebenen – etwa Logo, Hintergrund oder Schrift – gezielt anfassen. Laut Adobe sind im Plugin Werkzeuge aus Acrobat, Express, Photoshop, Illustrator, Premiere, Lightroom, InDesign und Adobe Stock gebündelt.
Das Plugin funktioniert in Claude im Browser, in den Desktop- und Mobil-Apps sowie in Claude Code. Wer den bisherigen Connector schon nutzt, bekommt die neue Fassung automatisch. Eine Anmeldung bei Adobe ist in Claude nicht Pflicht: Als Gast lassen sich die Werkzeuge nutzen, mit Konto gibt es laut Adobe höhere Nutzungsgrenzen, zusätzliche Werkzeuge und die Möglichkeit, über mehrere Sitzungen hinweg weiterzuarbeiten.
Was kostet das – und brauche ich Creative Cloud?
Konkrete Preise oder Kontingente nennt Adobe nicht. Klar ist nur: Für Gemini reicht ein kostenloses Adobe-Konto, für Claude nicht einmal das. Wie viele Bearbeitungen im Gratis-Rahmen möglich sind und ab wann ein kostenpflichtiges Adobe-Abo oder Firefly-Credits nötig werden, geht aus der Ankündigung nicht hervor. Auch die Frage, ob ein bestehendes Creative-Cloud-Abo die Limits erhöht, beantwortet Adobe nicht ausdrücklich.
Ebenfalls offen: welche Stufe des jeweiligen KI-Assistenten Sie brauchen. Adobe nennt für Gemini „alle Tarife“, für Claude macht der Beitrag keine Einschränkung auf bezahlte Pläne. Ausprobiert haben wir die Integration nicht; die Angaben stammen aus Adobes Ankündigung.
Was bedeutet das für Nutzer in Deutschland?
Eine Länderliste veröffentlicht Adobe nicht, und auch zur Sprache der Befehle macht die Ankündigung keine Angaben. Ob der Adobe-Eintrag in Deutschland bereits heute bei allen Gemini-Konten auftaucht, lässt sich daraus nicht ableiten. Sehen Sie ihn noch nicht, kann das an der schrittweisen Verteilung liegen – eine Bestätigung für den deutschen Markt steht aus.
Aus Datenschutzsicht gilt wie bei allen solchen Verknüpfungen: Die Bilder und Dokumente, die Sie bearbeiten lassen, gehen sowohl an den KI-Anbieter als auch an Adobe. Gerade beim Schwärzen vertraulicher PDFs in Claude sollten Sie im beruflichen Umfeld vorher klären, ob Ihr Arbeitgeber die Weitergabe an beide Dienste erlaubt. Für den Umgang mit KI-Chatbots und sensiblen Daten lohnt ein Blick in unsere Meldung zur Proton-Umfrage über intime Themen im Chat.
Hintergrund: Adobe setzt auf Präsenz statt eigener App
Mit dem Schritt folgt Adobe einer Strategie, die sich seit rund einem Jahr abzeichnet: Die eigenen Werkzeuge sollen dort auftauchen, wo Menschen ohnehin arbeiten. Vor Gemini und dem Claude-Ausbau hatte Adobe bereits Integrationen für ChatGPT, Microsoft Copilot und Slack gestartet. Für Adobe ist das auch eine Absicherung: Wenn Nutzer Bilder zunehmend per Chat bearbeiten, soll dabei trotzdem Adobe-Technik im Spiel sein – und im besten Fall ein Adobe-Konto.
Für Google und Anthropic wiederum werden die Assistenten mit jedem Partner vielseitiger. Gemini hat mit Diensten wie Google Vids und Gemini Omni zuletzt selbst bei Video und Bild nachgelegt, Anthropic hatte kürzlich Claude Opus 5.5 vorgestellt. Die Adobe-Anbindung ergänzt beides um klassische Bild- und Dokumentbearbeitung.
Häufige Fragen
Wie aktiviere ich Adobe in Gemini?
In den Gemini-Einstellungen unter „Personal Intelligence“ den Bereich „Connected Apps“ öffnen, Adobe auswählen und mit einem Adobe-Konto anmelden. Ein kostenloses Konto genügt laut Adobe.
Brauche ich für das Claude-Plugin ein Adobe-Abo?
Nein. Das Plugin lässt sich laut Adobe auch als Gast verwenden. Mit Adobe-Konto steigen die Nutzungsgrenzen, genaue Zahlen nennt Adobe nicht.
Kann Claude jetzt PDFs bearbeiten?
Ja, über die neuen Acrobat-Werkzeuge im Adobe-Plugin: Seiten sortieren, zusammenführen, teilen, Inhalte schwärzen, Formate umwandeln und Text in einem interaktiven Editor ändern.
Ist die Funktion in Deutschland verfügbar?
Adobe spricht von einem weltweiten Start, nennt aber keine Länder und weist darauf hin, dass die Verfügbarkeit variieren kann. Ein gesicherter Start für Deutschland ist damit nicht bestätigt.










