Wer in Deutschland 2027 einen IT-Job sucht, sollte die Spezialisierung genau wählen: Zwischen Helpdesk und IT-Sicherheit liegen laut dem neuen Technology-Gehaltsreport 2027 der Personalberatung Michael Page teils mehr als 80.000 Euro im Jahr. Am oberen Ende steht der Information Security Officer mit bis zu 130.000 Euro, am unteren Ende Helpdesk- und Rollout-Techniker mit 36.000 bis 50.000 Euro. Den Report hat Michael Page am 22. September veröffentlicht; er stützt sich auf die Vermittlungsdaten des Unternehmens.
Welche IT-Jobs werden 2027 am besten bezahlt?
Michael Page gibt für jede Rolle eine Spanne und einen Durchschnittswert an. Die folgenden Zahlen haben wir mit der Übersichtsseite des Reports und den Berichten von t3n und Wirtschaft + Industrie abgeglichen. Wo ein Wert nicht einheitlich ausgewiesen ist, steht ein Strich.

Auffällig ist die Lücke zwischen den Rollengruppen. Sicherheit und Daten bilden die Spitze: Der Information Security Officer verdient im Schnitt 105.000 Euro, der Data Engineer 90.000 Euro. Wer ein Projekt oder einen Service verantwortet, landet mit 85.000 bis 87.500 Euro knapp dahinter. Klassische Administration und Support bewegen sich dagegen zwischen 36.000 und 75.000 Euro.
Unternehmen, die Cloud-, Daten- oder Security-Personal suchen, müssen laut Wirtschaft + Industrie mit 90.000 bis 130.000 Euro pro Jahr kalkulieren.
Wie stark steigen die Gehälter?
Weniger stark, als die Spitzenwerte vermuten lassen. Der Report rechnet für die IT mit einem moderaten Plus von drei bis sechs Prozent pro Jahr. Deutlichere Sprünge sieht Michael Page nur bei Fachleuten, die Branchenwissen mit Daten-, Automatisierungs- und KI-Kenntnissen verbinden. Nach Angaben aus der Pressemitteilung erreichen solche Profile mitunter Gehälter, wie sie sonst Führungskräfte bekommen.
Zur Einordnung: Ein Plus von sechs Prozent bedeutet für einen Data Engineer mit 90.000 Euro rund 5.400 Euro mehr im Jahr, für einen Helpdesk-Mitarbeiter mit 40.000 Euro etwa 2.400 Euro. Die Schere zwischen Spezialisten und Generalisten wird damit in absoluten Zahlen eher größer.
Fachkräftemangel trotz schwierigerem Einstieg
Der Report beschreibt einen gespaltenen Arbeitsmarkt. Rund 109.000 IT-Stellen blieben 2026 unbesetzt, 85 Prozent der Unternehmen klagen über Engpässe, 79 Prozent rechnen mit einer Verschärfung. Gefragt sind vor allem:
- Cloud- und Platform-Engineers
- Solution- und Datenarchitekten
- DevOps- und Linux-Administratoren
- Netzwerk- und Cybersecurity-Spezialisten
- ERP- und SAP-Transformationsrollen sowie Product Owner
Gleichzeitig wird der Berufseinstieg anspruchsvoller. Unternehmen suchen bevorzugt erfahrene Kräfte und greifen für einfachere Aufgaben auf Nearshore-Modelle zurück, also Teams im nahen Ausland. Das deckt sich mit einer Auswertung des Indeed Hiring Lab, nach der Einstiegsjobs in der IT seit 2022 um 77 Prozent eingebrochen sind.
Welche Rolle spielt KI?
Laut der Übersichtsseite nutzen 72 Prozent der IT-Beschäftigten KI bereits im Arbeitsalltag, 53 Prozent wollen in den nächsten zwölf Monaten neue Fähigkeiten lernen und 40 Prozent sind aktiv auf Jobsuche. KI ersetze bislang wenige Stellen, verändere aber die Anforderungen deutlich: Architektur-, Integrations- und Steuerungswissen gewinnt an Wert.
Michael Baier, CEO von Michael Page Deutschland, fasst es so zusammen: „KI ist kein einheitlicher Lohndruck-Faktor. Entscheidend ist, ob Fachkräfte die Technologie sinnvoll mit ihrem beruflichen Know-how verbinden können.“ Wie Arbeitgeber anderswo auf KI reagieren, zeigt etwa die Bankenbranche, wo die Gewerkschaft KI-Entlastungstage in die Tarifrunde eingebracht hat.
Was sagen die Zahlen – und was nicht?
Für die Gehaltsverhandlung sind die Spannen ein brauchbarer Anhaltspunkt, mehr aber nicht. Wichtig zur Einordnung:
| Punkt | Was Sie wissen sollten |
|---|---|
| Datenbasis | Vermittlungsmandate und interne Datenbank von Michael Page, ergänzt um die Studie „Talent Trends 2026“ |
| Regionen | Keine getrennten Werte für München, Berlin oder ländliche Regionen ausgewiesen |
| Unternehmensgröße | Laut Michael Page schwanken Gehälter je nach Größe, Branche und Qualifikation |
| Tarif | Tarifgebundene Arbeitgeber und der öffentliche Dienst zahlen nach eigenen Tabellen |
Weil ein Personalvermittler vor allem erfahrene Fachkräfte vermittelt, dürften die Werte eher das obere Marktsegment abbilden. Wer die eigene Position prüfen will, sollte weitere Quellen wie Tarifverträge oder die Entgeltatlas-Daten der Bundesagentur für Arbeit danebenlegen.
Häufige Fragen
Welcher IT-Job wird 2027 am besten bezahlt?
Laut Michael Page der Information Security Officer mit 80.000 bis 130.000 Euro, im Schnitt 105.000 Euro. Dahinter folgen Data Engineers mit durchschnittlich 90.000 Euro.
Wie viel verdient man im IT-Support?
Helpdesk- und Rollout-Techniker liegen bei 36.000 bis 50.000 Euro, 2nd-Level-Support bei durchschnittlich 51.000 Euro und 3rd-Level-Support bei 59.000 bis 69.000 Euro.
Um wie viel Prozent steigen IT-Gehälter 2027?
Der Report erwartet ein moderates Plus von drei bis sechs Prozent pro Jahr, bei gefragten Spezialprofilen auch mehr.
Gelten die Werte für ganz Deutschland?
Michael Page weist bundesweite Spannen aus. Regionale Unterschiede, etwa zwischen Großstädten und ländlichen Regionen, sind darin nicht getrennt aufgeführt.
Titelbild: Serverraum, Foto: BalticServers.com, CC BY-SA 3.0 (Wikimedia Commons).











