Der wichtigste BMW bekommt ein neues Gesicht: Mit der achten Generation des 3er (Baureihe G50) überträgt BMW das Design der Neuen Klasse erstmals auf eine Limousine mit Verbrennungsmotor. Die Weltpremiere fand in der Nacht auf Mittwoch, den 30. September 2026, statt. In Deutschland startet der neue 3er bei 49.900 Euro, das Topmodell M350 xDrive mit 443 PS kostet mindestens 80.900 Euro. Die ersten Autos sollen im ersten Quartal 2027 bei den Händlern stehen.
Wer einen 3er Diesel fährt, muss sich allerdings umstellen: Selbstzünder bietet BMW in der neuen Generation nicht mehr an, eine Handschaltung ebenfalls nicht.
Welche Motoren gibt es zum Start?
Alle drei Startmodelle sind Benziner mit 48-Volt-Mildhybrid. Ein Starter-Generator an der Kurbelwelle unterstützt beim Anfahren und gewinnt beim Bremsen Energie zurück. Geschaltet wird immer per Achtgang-Automatik.
| Modell | Motor | Leistung | Drehmoment | 0–100 km/h | Preis ab (DE) |
|---|---|---|---|---|---|
| BMW 318 | 2,0-l-Vierzylinder | 156 PS | 250 Nm | 9,5 s | 49.900 € |
| BMW 320 | 2,0-l-Vierzylinder | 211 PS | 330 Nm | 7,4 s | 54.900 € |
| BMW M350 xDrive | 3,0-l-Reihensechszylinder | 326 kW (443 PS) | 580 Nm | 4,1 s | 80.900 € |
Leistung und Sprintwerte von 318 und 320 laut Fachmedien (BMWBlog, bimmertoday), M350-Werte laut BMW. Preise: auto motor und sport, bimmertoday.
Für den 320 nennt BMW einen WLTP-Verbrauch von 7,5 l/100 km (169 g CO₂/km, Klasse F), für den M350 xDrive 8,2 l/100 km (187 g/km, Klasse G). Der M350 ist auf 250 km/h abgeregelt und ersetzt faktisch den bisherigen M340i. Neu ist der „Drift Moment“: Über den Zentralbildschirm lässt sich die gesamte Motorkraft an die Hinterachse schicken – bisher gab es so etwas nur bei den großen M-Modellen.
Was kostet das im Vergleich zum Vorgänger?
Der neue 3er wird spürbar teurer. Laut auto motor und sport lag der 318 der Vorgängergeneration (G20) zuletzt bei 47.000 Euro, der 320 bei 52.800 Euro und der M340i bei 77.500 Euro.
| Modell | G20 (bisher) | G50 (neu) | Differenz |
|---|---|---|---|
| 318 | 47.000 € | 49.900 € | +2.900 € |
| 320 | 52.800 € | 54.900 € | +2.100 € |
| M340i → M350 xDrive | 77.500 € | 80.900 € | +3.400 € |
Zur Einordnung: Bereits in der Basis sind laut bimmertoday 18-Zoll-Räder, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, elektrisch verstellbare Sitzheizung vorn, Navigation und ein Abstandstempomat an Bord. Ob der Aufpreis dadurch aufgewogen wird, hängt davon ab, wie Sie Ihren bisherigen 3er ausgestattet hatten.
Gleiches Design, andere Technik als der elektrische i3
Äußerlich ähnelt der Benziner-3er stark dem elektrischen BMW i3, der ebenfalls zur 3er-Familie zählt und seit Kurzem mit dem günstigeren i3 40 xDrive ab 59.900 Euro bestellbar ist. Unter dem Blech sind die beiden aber verschieden: Der i3 nutzt die Elektroplattform der Neuen Klasse mit 800-Volt-Technik und wird in München gebaut, der Benziner entsteht ab November 2026 in Dingolfing.
Mit rund 4,77 Metern Länge und 2,86 Metern Radstand ist der G50 etwa vier Zentimeter länger als der Vorgänger, außerdem breiter und höher. Der Kofferraum ist nach Angaben von auto motor und sport etwas kleiner geworden, BMWBlog nennt 450 Liter.
Innen übernimmt der 3er das Panoramic iDrive der Neuen Klasse: ein 17,9-Zoll-Zentraldisplay, die Projektion „Panoramic Vision“ am unteren Rand der Windschutzscheibe und optional ein 3D-Head-up-Display. Das Betriebssystem BMW Operating System X basiert auf Android Open Source (AOSP). Der Autobahnassistent erlaubt Fahren ohne Hände am Lenkrad bis 130 km/h, ab 2027 soll ein navigationsgeführter Assistent für die Stadt folgen.
Was kommt noch?
- Plug-in-Hybrid: Laut BMW innerhalb eines Jahres nach Marktstart, Fachmedien sprechen von Frühjahr 2027.
- Diesel: Kein Nachfolger für 320d oder 330d angekündigt.
- Touring: BMW hat zum Kombi noch keine Details genannt.
- M3: Kein offizielles Datum; BMWBlog erwartet ihn 2028.
Was bedeutet das für Käufer in Deutschland?
Der 3er ist seit Jahrzehnten einer der meistverkauften Premium-Wagen in Deutschland, und ein großer Teil der Flotte wird als Dienstwagen gefahren. Genau dort dürfte das Aus für den Diesel am stärksten auffallen: Vielfahrer finden in der neuen Generation keinen Selbstzünder mehr. BMW setzt stattdessen auf zwei Wege – den kommenden Plug-in-Hybrid und den elektrischen i3, der bei der Dienstwagenbesteuerung deutlich günstiger ist.
Wer einen G20 als Neuwagen oder Tageszulassung sucht, könnte in den kommenden Monaten von Abverkaufsaktionen profitieren. Das ist aber eine Einschätzung; offizielle Rabatte hat BMW nicht angekündigt.
Häufige Fragen
Wann kann man den neuen BMW 3er bestellen? Der Konfigurator ist laut auto motor und sport seit dem 30. September 2026 geöffnet. Die Auslieferungen sollen im ersten Quartal 2027 beginnen.
Gibt es den neuen 3er noch als Diesel? Nein. BMW hat für die G50-Generation keinen Dieselmotor angekündigt. Zum Start gibt es nur Benziner mit Mildhybrid.
Gibt es eine Handschaltung? Nein, alle Varianten haben serienmäßig eine Achtgang-Automatik.
Was ist der Unterschied zum BMW i3? Der i3 ist der vollelektrische 3er auf eigener Plattform. Design und Innenraum sind sehr ähnlich, Antrieb und Plattform nicht.
Wo wird der neue 3er gebaut? Der Benziner im BMW-Werk Dingolfing, der elektrische i3 im Werk München.











