Wer im Café, am Flughafen oder im Hotel mit dem Laptop online geht, muss beim Opera-Browser künftig nicht mehr selbst an das VPN denken. Opera hat am 24. September 2026 angekündigt, dass sich das kostenlose, in den Desktop-Browser eingebaute VPN automatisch einschaltet, sobald der Browser ein öffentliches oder ungesichertes WLAN erkennt. Die Neuerung ist freiwillig und startet zunächst in den USA und in Frankreich.

Für Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland ist das vor allem ein Ausblick: Opera nennt bislang keinen Zeitplan für weitere Länder. Wir fassen zusammen, was die Funktion leistet, wo ihre Grenzen liegen und was Sie schon heute tun können.

Opera-VPN im öffentlichen WLAN: Was bekannt ist
Grafik: dasTECHNO · Daten: Opera (Pressemitteilung 24.09.2026) · Stand 24.09.2026

Was ändert sich beim Opera-VPN?

Bisher mussten Sie das Browser-VPN von Opera von Hand einschalten, entweder über die Einstellungen oder über das VPN-Symbol in der Adressleiste. Neu ist eine Automatik: Erkennt Opera beim Verbindungsaufbau ein offenes Netz, aktiviert der Browser den verschlüsselten Tunnel ohne weiteres Zutun.

Wichtig ist dabei die Reihenfolge. Opera betont in der Mitteilung, dass die Automatik nicht ungefragt aktiv wird. Sie müssen die Option einmalig selbst freischalten und können sie jederzeit in den Einstellungen wieder deaktivieren. Laut PCWorld heißt der Schalter in der englischen Oberfläche „Always use VPN on public Wi-Fi“. Nach welchen Kriterien Opera ein Netz als „öffentlich“ oder „ungesichert“ einstuft, erklärt das Unternehmen nicht im Detail.

MerkmalOpera-Browser-VPN
Preiskostenlos
Datenvolumenunbegrenzt laut Opera
Konto nötignein
Verfügbar seit2016
ProtokollierungNo-Log-Richtlinie, laut Opera von Deloitte geprüft
Neue AutomatikDesktop, Opt-in, zunächst USA und Frankreich

Kommt die Funktion nach Deutschland?

Offiziell ist dazu nichts bekannt. Die Pressemitteilung spricht ausdrücklich von einem Start in den USA und in Frankreich ab dem 24. September. Weitere Märkte sollen folgen, ein Datum nennt Opera aber nicht. Das normale Browser-VPN steht in Deutschland dagegen schon seit Jahren zur Verfügung und lässt sich weiterhin manuell einschalten.

Dass mit Frankreich ein EU-Land zu den ersten Märkten gehört, spricht zumindest nicht gegen eine spätere Ausweitung auf Deutschland. Eine Garantie ist das nicht. Opera verweist zudem darauf, dass der Dienst unter der DSGVO betrieben wird – ein Punkt, der für Nutzer hierzulande beim Thema Datenschutz relevant ist.

Wo liegen die Grenzen?

Das Opera-VPN ist ein Browser-VPN. Es leitet nur den Datenverkehr um, der über den Opera-Browser läuft. Andere Programme auf Ihrem Rechner – etwa ein Mailprogramm, Cloud-Synchronisation, Messenger oder Spiele-Clients – verbinden sich weiterhin direkt über das WLAN. Wer im Hotelnetz den kompletten Rechner absichern möchte, braucht ein systemweites VPN.

Außerdem gilt: Ein VPN verschlüsselt die Strecke zwischen Ihrem Gerät und dem VPN-Server. Gegen Phishing-Seiten, schadhafte Downloads oder unsichere Passwörter hilft es nicht. Die meisten Webseiten sind heute ohnehin per HTTPS verschlüsselt; ein VPN verbirgt in offenen Netzen aber zusätzlich, welche Seiten Sie aufrufen, vor anderen Nutzern im selben Netz und vor dem Hotspot-Betreiber.

Warum macht Opera das?

Opera begründet den Schritt mit Zahlen aus dem „Digital 2026 Mid-Year Global Update“ von We Are Social: Demnach nutzten im vierten Quartal 2025 weltweit nur rund 23 Prozent der Internetnutzer ein VPN. Rund drei Viertel surfen also ohne diese Schutzschicht – auch in offenen Netzen.

Arjan van Leeuwen, der bei Opera die Entwicklung von Opera One leitet, erklärt in der Mitteilung sinngemäß, Privatsphäre im Netz solle gerade in öffentlichen Netzen ohne Aufwand funktionieren – ein Ansatz, den Opera schon seit dem VPN-Start 2016 verfolge. Laut PCWorld war Opera damals der erste große Browser mit eingebautem Gratis-VPN.

Was Sie jetzt tun können

  • Opera-Nutzer: Halten Sie den Browser aktuell. Sobald die Funktion in Deutschland ankommt, finden Sie sie in den Datenschutz- bzw. VPN-Einstellungen. Bis dahin können Sie das VPN in offenen Netzen manuell aktivieren.
  • Andere Browser: Nutzen Sie unterwegs im Zweifel den Hotspot Ihres Smartphones statt eines fremden WLANs oder ein systemweites VPN Ihrer Wahl.
  • Zu Hause: Ein gut eingerichtetes Heimnetz ist die beste Basis – Tipps dazu finden Sie in unserem Ratgeber WLAN verbessern.

Ausprobiert haben wir die neue Automatik nicht, da sie in Deutschland noch nicht freigeschaltet ist. Alle Angaben stammen aus Operas Mitteilung und den genannten Quellen.

Häufige Fragen

Ist das Opera-VPN wirklich kostenlos?

Ja. Laut Opera fallen keine Gebühren an, es gibt kein Datenlimit und Sie brauchen kein Benutzerkonto.

Schaltet sich das VPN ohne meine Zustimmung ein?

Nein. Die Automatik ist ein Opt-in: Sie müssen sie selbst aktivieren und können sie jederzeit wieder ausschalten.

Wann kommt die Funktion nach Deutschland?

Einen Termin hat Opera nicht genannt. Gestartet wird zunächst in den USA und in Frankreich.

Schützt das Opera-VPN den ganzen Computer?

Nein, nur den Datenverkehr im Opera-Browser. Andere Apps nutzen weiter die normale Verbindung.