Huawei darf nicht mehr behaupten, dass Käuferinnen und Käufer den Akku des faltbaren Mate X7 selbst wechseln können. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat den Konzern deswegen abgemahnt, wie sie am 29. September 2026 mitteilte. Huawei hat daraufhin eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben.

Nach Darstellung der DUH ist ein Akkutausch in Eigenregie beim Mate X7 praktisch nicht machbar: Es seien 129 einzelne Arbeitsschritte und mehrere Spezialwerkzeuge erforderlich. Bevor man überhaupt an die Batterie kommt, müssen demnach Kameras, Platinen, das Display und der Lautsprecher ausgebaut werden.

Worum geht es genau?

Die Beanstandung betrifft das Modell mit der Typenbezeichnung DEL-LX9, das Huawei in Deutschland als Mate X7 verkauft. Für dieses Gerät hatte der Hersteller angegeben, der Akku könne von Verbrauchern ausgetauscht werden. Wo genau die Angabe stand, schlüsselt die Pressemitteilung nicht im Detail auf; die DUH spricht von einer irreführenden Werbeaussage.

Hintergrund sind die EU-Vorgaben zu Ökodesign und Kennzeichnung für Smartphones, die seit dem 20. Juni 2025 gelten. Hersteller müssen dabei unter anderem Angaben zur Reparierbarkeit machen. Als „durch Verbraucher tauschbar“ darf ein Akku nach diesen Regeln nicht bezeichnet werden, wenn dafür Spezialwerkzeug nötig ist, das dem Gerät nicht beiliegt. Genau daran scheitert die Angabe zum Mate X7 aus Sicht der DUH.

Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz fasst den Befund knapp zusammen: „Für den Akkutausch sind insgesamt 129 Schritte und mehrere Spezialwerkzeuge notwendig.“ Die Organisation fordert, dass Hersteller Smartphones von vornherein reparaturfreundlich bauen, und sieht auch die staatliche Marktüberwachung in der Pflicht, die Ökodesign-Regeln durchzusetzen.

Huawei Mate X7 aufgeklappt
Görsel: Huawei

Kein Einzelfall: Samsung traf es 2025

Die DUH geht nicht zum ersten Mal gegen solche Angaben vor. Im Oktober 2025 stoppte sie eine vergleichbare Aussage von Samsung zu zwei Modellen (SM-S931B/DS und SM-A266B/DS). Dort zählte die Organisation 54 Arbeitsschritte, ebenfalls mit Spezialwerkzeug. Samsung räumte den Verstoß ein und verpflichtete sich, die Angabe nicht mehr zu verwenden.

Akkutausch „durch Verbraucher“? Zwei DUH-Fälle im Vergleich
Grafik: dasTECHNO · Daten: Deutsche Umwelthilfe (Pressemitteilungen 10/2025 und 29.09.2026)

Dass das Mate X7 mehr als doppelt so viele Schritte braucht, überrascht wenig: Es ist ein Foldable im Buchformat mit zwei Displays und Scharnier. Solche Geräte sind besonders eng gebaut, und der Akku sitzt meist tief im Gehäuse.

Was bedeutet das für Käufer in Deutschland?

Das Mate X7 kam am 22. Januar 2026 in Deutschland auf den Markt, zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 2.099 Euro (16 GB RAM, 512 GB Speicher). Wer das Gerät besitzt, muss nichts unternehmen – die Abmahnung betrifft die Werbeaussage, nicht die Hardware. Praktisch heißt das aber:

FrageStand
Kann ich den Akku selbst wechseln?Laut DUH nur mit 129 Schritten und Spezialwerkzeug – für Laien nicht realistisch
Wer tauscht den Akku?Huawei-Service bzw. autorisierte Werkstätten
Was kostet der Tausch?Huawei verweist auf seine Ersatzteil-Preisliste; einen festen Betrag für das Mate X7 nennt die Support-Seite nicht direkt
Ändert sich am Gerät etwas?Nein, nur die Werbeaussage fällt weg
Neue Pflicht ab wann?EU-Batterieverordnung, Artikel 11: ab 18. Februar 2027

Huawei stellt auf seiner deutschen Support-Seite übrigens selbst eine Demontageanleitung für den Akku als Video bereit. Das ist für Werkstätten nützlich, macht den Tausch für Privatleute aber nicht einfacher. Wer seinen Akku möglichst lange fit halten will, findet in unserem Ratgeber Handy-Akku schonen Tipps, die tatsächlich helfen.

Was ändert sich 2027?

Ab dem 18. Februar 2027 greift Artikel 11 der EU-Batterieverordnung. Gerätebatterien müssen dann grundsätzlich so verbaut sein, dass Endnutzer sie mit handelsüblichem Werkzeug entnehmen und ersetzen können. Die Verordnung enthält allerdings Ausnahmen; wie viele Smartphone-Hersteller sich darauf berufen werden, ist offen. Zusammen mit den Ökodesign-Pflichten – dazu gehört, dass Ersatzteile wie Akkus über viele Jahre lieferbar bleiben müssen – dürfte der Druck auf die Hersteller trotzdem steigen.

Für Käufer heißt das: Angaben zur Reparierbarkeit auf dem Energielabel und im Datenblatt werden wichtiger, und Verbände wie die DUH prüfen sie inzwischen offenbar systematisch. Wie lange Hersteller ihre Geräte mit Software versorgen, zeigt unser Vergleich der Update-Zeiträume.

Eine öffentliche Stellungnahme von Huawei zu dem Fall ist bislang nicht bekannt.

Häufige Fragen

Kann man den Akku des Huawei Mate X7 selbst tauschen?

Technisch ist es nicht unmöglich, aber laut Deutscher Umwelthilfe sind 129 Arbeitsschritte und mehrere Spezialwerkzeuge nötig. Huawei darf deshalb nicht mehr damit werben, dass Verbraucher den Akku selbst wechseln können.

Was ist eine Unterlassungserklärung?

Eine schriftliche Zusage, ein bestimmtes Verhalten künftig zu unterlassen. „Strafbewehrt“ bedeutet, dass bei einem erneuten Verstoß eine Vertragsstrafe fällig wird.

Muss ich als Mate-X7-Besitzer etwas tun?

Nein. Das Gerät bleibt unverändert, betroffen ist nur die Werbeaussage. Für einen Akkutausch wenden Sie sich an den Huawei-Service.

Ab wann müssen Handy-Akkus austauschbar sein?

Die EU-Batterieverordnung schreibt ab dem 18. Februar 2027 grundsätzlich vor, dass Gerätebatterien vom Nutzer entnommen und ersetzt werden können. Für einzelne Gerätetypen sind Ausnahmen vorgesehen.