Ein Motiv für die Einladung, ein Titelbild für die Präsentation oder eine Illustration für den Vereinsnewsletter – dafür braucht es heute weder Grafikprogramm noch Stockfoto-Abo. KI-Bildgeneratoren verwandeln eine kurze Beschreibung in wenigen Sekunden in ein Bild. Doch die Dienste unterscheiden sich deutlich: bei Bildqualität, Bearbeitungsfunktionen, Gratis-Kontingenten und bei der Frage, ob Sie die Ergebnisse kommerziell nutzen dürfen. Dieser Überblick zeigt, welcher Generator für welchen Zweck passt und was er in Deutschland kostet.
Hinweis: Wir haben die Dienste nicht selbst im direkten Vergleich ausprobiert. Dieser Überblick beruht auf offiziellen Ankündigungen, Hilfeseiten und Preisangaben der Anbieter (Stand: September 2026). Preise und Limits ändern sich häufig.
Was ist ein KI-Bildgenerator?
Ein KI-Bildgenerator ist eine Software, die aus Text ein Bild erzeugt. Sie beschreiben, was zu sehen sein soll – etwa „ein Leuchtturm an der Nordsee bei Sturm, im Stil eines Aquarells“ –, und ein Modell, das mit sehr vielen Bildern trainiert wurde, setzt diese Beschreibung neu um. Die Beschreibung heißt Prompt.
Die aktuelle Generation kann mehr als nur neu zeichnen. Sie bearbeitet auch vorhandene Fotos: Hintergrund austauschen, Licht verändern, störende Objekte entfernen oder ein Porträt in eine Zeichnung verwandeln. Der wichtigste Trend des Jahres 2026 ist genau diese Verschmelzung: Erzeugen und Bearbeiten finden im selben Chatfenster statt, Schritt für Schritt per Nachricht.
Welche Bildgeneratoren gibt es – und was unterscheidet sie?
Für Einsteiger lohnt der Blick auf fünf Dienste. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen:

ChatGPT mit Images 2.5
OpenAI hat am 8. September 2026 die Bildfunktion von ChatGPT auf Images 2.5 umgestellt. Laut OpenAI entstehen Bilder damit schneller, Personen und Details bleiben über mehrere Bearbeitungsschritte hinweg stabiler, und einzelne Bildbereiche lassen sich per Kommentar gezielt ändern. Neu ist außerdem eine Skizzen-Funktion („@Sketch“): Sie zeichnen grob vor, und die KI nutzt die Skizze als Gerüst. Für Plakate und Merchandise gibt es fertige Vorlagen. Die Neuerung wird für alle ChatGPT-Nutzer ausgerollt, im kostenlosen Tarif ist die Zahl der Bilder aber begrenzt.
Geeignet für: alle, die ein Bild im Gespräch nach und nach verfeinern wollen oder Schrift im Bild brauchen. Wie ChatGPT allgemein im Vergleich zu anderen Assistenten abschneidet, lesen Sie in unserem Vergleich von ChatGPT, Gemini und Claude.
Google Gemini mit Nano Banana
Googles Bildmodell trägt den Namen Nano Banana, aktuell in Version 2. In der Gemini-App stehen drei Stufen zur Wahl: „Schnell“, „Denken“ und „Pro“. Die Stärke liegt in der Fotobearbeitung: Licht, Blickwinkel und Schärfentiefe lassen sich verändern, Stile von Referenzbildern übertragen und Formate für verschiedene Plattformen anpassen. Der Dienst setzt ein Mindestalter von 18 Jahren voraus.
Gratis-Nutzer haben ein Tageskontingent. Mehr gibt es mit den Google-AI-Abos, deren Preise Google für Deutschland so angibt:
| Google-Abo | Preis pro Monat | Nutzungslimits laut Google |
|---|---|---|
| Kostenlos | 0 € | Basis |
| Google AI Plus | 4,99 € | 2-mal höher als kostenlos |
| Google AI Pro | 21,99 € | 4-mal höher als kostenlos |
| Google AI Ultra | ab 99,99 € | deutlich höher als Pro |
Jedes Bild erhält ein sichtbares KI-Zeichen und ein unsichtbares SynthID-Wasserzeichen. Laden Sie ein Bild in Gemini hoch, kann die App prüfen, ob es mit Googles KI erstellt wurde.
Midjourney V8
Midjourney gilt seit Jahren als Favorit von Illustratoren und Konzeptkünstlern. Am 17. März 2026 startete die V8-Generation als Alpha, inzwischen ist V8.2 Standard. Laut Midjourney rechnet V8 etwa fünfmal schneller als der Vorgänger, der Modus --hd liefert direkt Bilder in 2K-Auflösung, und Text in Anführungszeichen wird zuverlässiger ins Bild übernommen. Zu beachten: Die Spezialmodi wie --hd verbrauchen derzeit das Vierfache an Rechenzeit.
Einen Gratis-Tarif gibt es nicht. Die vier Abos Basic, Standard, Pro und Mega beginnen bei 10 US-Dollar im Monat; den Euro-Endpreis zeigt Midjourney beim Abschluss an. Genutzt wird der Dienst inzwischen bequem über die Website, Discord ist nicht mehr nötig.
Geeignet für: ästhetisch anspruchsvolle Motive, Moodboards und Konzeptentwürfe.
Adobe Firefly
Adobe betont, dass seine Firefly-Modelle mit lizenzierten Inhalten wie Adobe Stock und gemeinfreien Werken trainiert wurden. Deshalb gilt Firefly in Agenturen und Unternehmen als vorsichtige Wahl für kommerzielle Projekte. Die Gratis-Version erlaubt eine begrenzte Zahl an Bildern, bezahlte Firefly-Abos beginnen bei 9,99 US-Dollar im Monat; der Euro-Preis inklusive Mehrwertsteuer steht auf Adobes deutscher Preisseite. Die generative Füllung in Photoshop nutzt dieselbe Technik.
Geeignet für: Agenturen, Onlinehändler und alle, die ohnehin mit Adobe-Programmen arbeiten.
Bing Image Creator
Der Bing Image Creator von Microsoft ist mit einem privaten Microsoft-Konto kostenlos. Laut Microsoft-Hilfe bekommen Sie täglich 15 schnelle Erstellungen, danach geht es langsamer weiter – mit bis zu 200 Anfragen in 24 Stunden. Zur Wahl stehen Microsofts eigene Modelle MAI-Image-2.5-Flash und MAI-Image-2e. Beruflich genutzte Microsoft-Entra-Konten (Arbeit oder Schule) funktionieren nicht.
Geeignet für: alle, die ohne Kosten und ohne Abo erste Erfahrungen sammeln möchten.
Welcher Generator passt zu mir?
Die Entscheidung hängt weniger von der reinen Bildqualität ab als davon, wofür Sie die Bilder brauchen:
| Ihr Ziel | Passender Dienst | Warum |
|---|---|---|
| Kostenlos ausprobieren | Bing Image Creator, Gemini | Gratis mit Tageslimit, keine Zahlungsdaten nötig |
| Fotos bearbeiten | Gemini, ChatGPT | Starke Bearbeitung per Chat-Anweisung |
| Schrift im Bild (Plakat, Einladung) | ChatGPT, Midjourney V8 | Bessere Textdarstellung, Vorlagen |
| Künstlerische Illustrationen | Midjourney | Ausgeprägter eigener Stil |
| Kommerzielle Nutzung im Unternehmen | Adobe Firefly | Training mit lizenzierten Inhalten |
Nutzen Sie bereits ein Google- oder Microsoft-Konto, ist der Einstieg über den jeweiligen Dienst am einfachsten.
Wie schreibt man einen guten Prompt?
Auch der beste Generator liefert nur so gute Ergebnisse wie die Beschreibung. Bewährt hat sich ein Aufbau aus fünf Bausteinen:
- Motiv: Was ist zu sehen? („eine rote Katze auf einer Fensterbank“)
- Umgebung: Wo und wann? („Altbauwohnung in Hamburg, verregneter Novemberabend“)
- Stil: Foto, Aquarell, Comic, 3D? („warme Farben, Analogfilm-Look“)
- Bildausschnitt: Nah oder weit? („Nahaufnahme, Hintergrund unscharf“)
- Format: Wofür wird es gebraucht? („Querformat 16:9 für eine Präsentation“)
Weitere Tipps: Schreiben Sie Text, der im Bild erscheinen soll, in Anführungszeichen und halten Sie ihn kurz. Formulieren Sie positiv – „eine leere, ruhige Straße“ funktioniert meist besser als „keine Autos“. Und erwarten Sie kein perfektes Ergebnis im ersten Versuch: Die besten Bilder entstehen durch kleine Korrekturen in mehreren Schritten.
Darf ich KI-Bilder kommerziell nutzen?
Das hängt von zwei Dingen ab: den Nutzungsbedingungen des Dienstes und dem Urheberrecht.
- Nutzungsbedingungen: Jeder Anbieter regelt selbst, was Sie mit den Bildern tun dürfen. Gratis- und Bezahltarife können sich dabei unterscheiden. Wollen Sie ein Bild für Werbung, ein Produkt oder einen Onlineshop verwenden, lesen Sie die Bedingungen des jeweiligen Dienstes genau.
- Urheberrecht: In Deutschland schützt das Urheberrecht nur persönliche geistige Schöpfungen eines Menschen. Ein Bild, das allein per Prompt entsteht, ist daher nach herrschender Meinung in der Regel nicht geschützt – andere dürfen es womöglich ebenfalls verwenden. Anders kann es aussehen, wenn Sie das Ergebnis erheblich selbst weiterbearbeiten. Bei wichtigen Projekten ist eine rechtliche Beratung sinnvoll.
- Rechte Dritter: Logos, bekannte Figuren oder der erkennbare Stil einzelner Werke können fremde Marken- und Urheberrechte verletzen – auch wenn die KI sie erzeugt hat.
Was schreibt der AI Act vor?
Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des europäischen AI Act. Für Sie als Nutzer sind zwei Punkte wichtig:
- Anbieter von Bildgeneratoren müssen ihre Ergebnisse maschinenlesbar als KI-generiert kennzeichnen. Google nutzt dafür SynthID, OpenAI schreibt Herkunftsdaten nach dem C2PA-Standard in die Bilddateien.
- Wer realistische Fälschungen von Personen, Orten oder Ereignissen (Deepfakes) veröffentlicht, muss offenlegen, dass sie künstlich erzeugt wurden. Für erkennbar künstlerische oder satirische Werke gelten erleichterte Regeln.
Ein privates Fantasiebild für die Geburtstagskarte ist davon kaum betroffen. Veröffentlichen Sie aber ein täuschend echtes Foto, sollten Sie es klar als KI-Bild kennzeichnen.
Worauf sollten Sie achten?
- Keine echten Personen nachbilden: Bilder, die reale Menschen in erfundenen Situationen zeigen, können das Persönlichkeitsrecht verletzen. Die meisten Dienste blockieren solche Anfragen ohnehin.
- Datenschutz bei Uploads: Prüfen Sie in den Einstellungen, ob hochgeladene Fotos zum Training genutzt werden dürfen, und laden Sie keine Bilder anderer Personen ohne deren Einverständnis hoch.
- Fälschungen erkennen: Dieselbe Technik nutzen auch Betrüger, etwa für gefälschte Promi-Werbung oder Schockbilder. Wie Sie solche Maschen erkennen, erklärt unser Ratgeber Phishing erkennen.
- Konto absichern: Wer ein Bezahl-Abo abschließt, sollte das Konto mit einem zweiten Faktor schützen – Anleitung im Ratgeber Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten.
Häufige Fragen
Gibt es einen komplett kostenlosen KI-Bildgenerator?
Ja. Der Bing Image Creator ist mit einem Microsoft-Konto kostenlos, ChatGPT, Gemini und Adobe Firefly bieten begrenzte Gratis-Kontingente. Nur Midjourney setzt ein Abo voraus.
Verstehen die Generatoren deutsche Prompts?
Ja, ChatGPT, Gemini und der Bing Image Creator verarbeiten deutsche Beschreibungen. Bei Text, der im Bild erscheinen soll, lohnt ein genauer Blick auf Umlaute und ß, weil dort noch Fehler vorkommen können.
Erkennt man, dass ein Bild von einer KI stammt?
Häufig ja. Google versieht Bilder mit sichtbarer Kennzeichnung und SynthID-Wasserzeichen, OpenAI speichert C2PA-Herkunftsdaten. Seit August 2026 ist eine maschinenlesbare Kennzeichnung in der EU Pflicht. Allerdings lassen sich Metadaten entfernen, etwa durch einen Screenshot.
Welcher Dienst ist für Einsteiger am besten?
Starten Sie dort, wo Sie schon ein Konto haben: Gemini für Google-Nutzer, ChatGPT für ChatGPT-Nutzer, Bing Image Creator für alle, die nichts bezahlen wollen. Für künstlerische Projekte lohnt später ein Blick auf Midjourney, für kommerzielle auf Adobe Firefly.
Fazit
KI-Bildgeneratoren sind 2026 alltagstauglich: Ein guter Prompt genügt, und für den Einstieg brauchen Sie kein Geld auszugeben. Gemini und der Bing Image Creator sind die einfachsten Gratis-Optionen, ChatGPT überzeugt bei der Bearbeitung im Gespräch, Midjourney bei künstlerischen Motiven und Adobe Firefly bei kommerziellen Projekten. Wer Bilder veröffentlicht, sollte die Nutzungsbedingungen kennen, keine echten Personen nachbilden und realistische KI-Bilder kennzeichnen.











