Eine brennende Powerbank hat am Samstagabend einen Lufthansa-Flug von Frankfurt nach Lissabon vorzeitig beendet. Wie die Airline laut dpa bestätigte, fing das Ladegerät eines Passagiers auf Flug LH1170 am Sitzplatz Feuer. Die Crew brachte den Akku unter Kontrolle, die Piloten entschieden sich aus Sicherheitsgründen für eine Landung in Lyon. Verletzt wurde niemand. Seit dem späten Abend gehört „Powerbank Flugzeug“ zu den meistgesuchten Begriffen in Deutschland – viele Reisende fragen sich, was sie überhaupt noch mitnehmen dürfen.
Was an Bord von LH1170 passiert ist
Nach bisherigen Angaben verlief der Zwischenfall so:
| Eckdaten | Details |
|---|---|
| Flug | LH1170, Frankfurt am Main → Lissabon |
| Datum | Samstag, 26. September 2026, abends |
| An Bord | 198 Passagiere, 6 Crewmitglieder |
| Auslöser | Powerbank eines Fluggastes fängt am Sitzplatz Feuer |
| Maßnahme der Crew | Gerät in einer speziellen Schutztasche für Lithium-Akkus gesichert |
| Landung | außerplanmäßig in Lyon, gegen 22 Uhr |
| Verletzte | keine |
| Weiterreise | Übernachtung im Hotel, Umbuchung auf Flüge nach Lissabon am Sonntag, 27. September |
Solche feuerfesten Beutel gehören inzwischen zur Standardausrüstung vieler Kabinen. Ein überhitzter Akku lässt sich damit zwar eindämmen, ganz sicher gelöscht ist er aber oft erst am Boden – deshalb brechen Crews Flüge in solchen Fällen in der Regel ab, statt das Ziel noch anzusteuern.
Am selben Samstag musste übrigens ein zweiter Lufthansa-Flug ab Frankfurt ungeplant landen: Eine Maschine mit 371 Passagieren nach Toronto wurde wegen eines ungewöhnlichen Geruchs in der Kabine nach Manchester umgeleitet. Ein Zusammenhang mit einer Powerbank wurde dort nicht gemeldet.
Kein Einzelfall: drei Vorfälle in sieben Wochen
Der Brand auf LH1170 reiht sich in eine Serie ein. Erst am Donnerstag, 17. September, explodierte auf einem KLM-Flug von Amsterdam nach Curaçao nach gut fünfeinhalb Stunden eine Powerbank in der Business Class; die Boeing 777 kehrte nach Schiphol zurück. Das Gerät gehörte ausgerechnet dem früheren KLM-Chef Camiel Eurlings, der leicht verletzt wurde. Am 9. August musste zudem ein Swiss-Flug wegen Rauchs aus einer Powerbank in Dublin landen.
Die Ursache ist fast immer dieselbe: Lithium-Ionen-Zellen können bei Beschädigung, Überladung oder Produktionsfehlern in den sogenannten thermischen Durchgang geraten. Die Zelle heizt sich dabei selbst immer weiter auf, bis sie brennt oder platzt. Billige No-Name-Powerbanks ohne vernünftige Schutzschaltung gelten als besonders anfällig, betroffen sein können aber auch Markengeräte nach einem Sturz.
Welche Powerbank-Regeln gelten jetzt im Flugzeug?
Seit dem 15. Januar 2026 gelten bei allen Airlines der Lufthansa Group – also Lufthansa, Eurowings, Swiss, Austrian, Brussels Airlines, Discover, Edelweiss und Air Dolomiti – strengere Regeln. Am 27. März 2026 zog die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO weltweit nach: Ihre geänderten Vorschriften für Gefahrgut begrenzen die Zahl der Powerbanks auf zwei pro Person und untersagen das Aufladen der Geräte während des Flugs.
Für Lufthansa-Group-Flüge heißt das im Einzelnen:
- Höchstens zwei Powerbanks pro Person, ausschließlich im Handgepäck. Im aufgegebenen Koffer sind sie verboten.
- An Bord dürfen Powerbanks weder benutzt noch aufgeladen werden – auch nicht, um das Smartphone nachzuladen.
- Sie gehören nicht ins Gepäckfach über dem Sitz, sondern in die Sitztasche, an den Körper oder in die Tasche unter dem Vordersitz. So bemerken Sie und die Crew Hitze oder Rauch sofort.
- Bis 100 Wh ist die Mitnahme ohne Anmeldung erlaubt, 100 bis 160 Wh nur mit Genehmigung der Airline, über 160 Wh gar nicht.
Andere Airlines haben teils eigene Zusatzregeln. Prüfen Sie vor dem Abflug die Gepäckbestimmungen Ihrer Fluggesellschaft, vor allem bei Umsteigeverbindungen mit mehreren Airlines – es gilt dann jeweils die strengste Vorgabe.
So rechnen Sie mAh in Wattstunden um
Auf den meisten Powerbanks steht die Kapazität groß in Milliamperestunden (mAh), die Grenzwerte der Airlines gelten aber in Wattstunden (Wh). Oft ist der Wh-Wert klein auf dem Gehäuse aufgedruckt. Fehlt er, hilft eine einfache Formel: mAh × Zellspannung ÷ 1000 = Wh. Die übliche Zellspannung beträgt 3,6 oder 3,7 Volt.

Die gängigen Modelle mit 10.000 oder 20.000 mAh liegen also deutlich unter der 100-Wh-Grenze. Knapp wird es erst bei den großen Laptop-Powerbanks um 27.000 mAh; alles darüber braucht eine Freigabe der Airline. Welche Leistung Ihr Laptop beim Laden tatsächlich benötigt, erklären wir im Ratgeber zu USB-C-Ladegeräten und Power Delivery.
Was Sie vor dem nächsten Flug tun sollten
Werfen Sie einen kritischen Blick auf Ihre Powerbank. Ist das Gehäuse aufgebläht, verformt, stark verkratzt oder wird das Gerät beim Laden ungewöhnlich heiß, gehört es nicht ins Flugzeug, sondern zum Wertstoffhof. Nehmen Sie nur Geräte mit, auf denen Hersteller und Kapazität erkennbar sind – bei unbeschrifteten Akkus kann das Sicherheitspersonal die Mitnahme verweigern.
Da Sie die Powerbank an Bord ohnehin nicht nutzen dürfen, lohnt es sich, Smartphone und Kopfhörer vor dem Boarding voll zu laden. Viele Flugzeuge haben zudem USB-Anschlüsse am Sitz. Tipps, wie Ihr Handy-Akku länger durchhält, finden Sie in unserem Ratgeber Handy-Akku schonen.
Bemerken Sie während des Flugs, dass ein Gerät heiß wird, qualmt oder zischt: Fassen Sie es nicht mehr an und informieren Sie sofort die Crew. Versuchen Sie nicht, es selbst zu löschen oder ins Gepäckfach zu legen.
Häufige Fragen
Darf ich eine Powerbank mit ins Flugzeug nehmen?
Ja, aber nur im Handgepäck, höchstens zwei Stück und jeweils bis 100 Wh ohne Genehmigung. Im aufgegebenen Koffer sind Powerbanks verboten.
Darf ich bei Lufthansa mein Handy an der Powerbank laden?
Nein. Bei allen Airlines der Lufthansa Group dürfen Powerbanks an Bord seit Januar 2026 weder genutzt noch selbst geladen werden.
Ist eine 20.000-mAh-Powerbank im Flugzeug erlaubt?
Ja. Bei 3,7 Volt entspricht sie etwa 74 Wh und liegt damit unter der 100-Wh-Grenze.
Was passiert mit den Passagieren von LH1170?
Laut dpa übernachteten Passagiere und Crew in Lyon im Hotel und wurden auf Flüge nach Lissabon am Sonntag umgebucht.
Korrekturhinweis: In einer früheren Fassung stand als Datum des Lufthansa-Zwischenfalls der 27. September; richtig ist Samstag, der 26. September 2026. Der KLM-Vorfall ereignete sich am 17. und nicht am 20. September. Wir haben beide Angaben korrigiert.
Titelbild: MarcelX42, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0 (Symbolbild).











