Apple rüstet seine Büro-Apps mit generativer KI auf: Pages, Keynote und Numbers haben am 22. Oktober 2026 mit Version 15.4.1 einen „Intelligent Assistant“ bekommen. Der Assistent schreibt Textentwürfe, baut Formeln und Folien und erzeugt Grafiken auf Zuruf. Für Nutzer in Deutschland gibt es allerdings gleich zwei Hürden: Die Funktion ist kostenpflichtig, und sie versteht vorerst nur amerikanisches Englisch.
Was kann der KI-Assistent in Pages, Keynote und Numbers?
Apple hat die Funktionen auf die jeweilige App zugeschnitten. Gesteuert wird alles in natürlicher Sprache, also mit einer Anweisung wie „Erstelle eine Tabelle mit den Quartalsumsätzen“ statt über Menüs.
| App | Was der Assistent übernimmt |
|---|---|
| Pages | Ersten Entwurf anlegen, Text überarbeiten und gliedern, Abschnitte schreiben, Tonfall anpassen, Bilder und Formen erzeugen |
| Numbers | Formeln aus einer Beschreibung erstellen und erklären, Tabellen anlegen, Daten als Diagramm darstellen |
| Keynote | Folien erstellen und verfeinern, Animationen hinzufügen, Notizen für den Vortrag schreiben, Bilder und Formen erzeugen |
Dazu kommen Funktionen, die in allen drei Apps gleich sind: Der Assistent kann Informationen zu einem Thema im Web suchen und direkt ins Dokument übernehmen. Außerdem erklärt er auf Nachfrage Funktionen der App, die viele Nutzer sonst nie finden würden – etwa fortgeschrittene Diagrammoptionen in Numbers.
Neben der KI bringt das Update neue Vorlagen, einen „Content Hub“ mit kurzen Erklärvideos und in Keynote ein neues Austauschformat für Präsentationen. Der Assistent ist aber klar die wichtigste Neuerung.
Welche Voraussetzungen gelten?
Laut den Versionshinweisen im App Store braucht der Assistent iOS 27 oder iPadOS 27 und ein Gerät, das Apple Intelligence unterstützt. Ältere iPhones bleiben also außen vor, auch wenn sich die Apps selbst noch auf iOS 26 installieren lassen. Ob und wann der Assistent auch auf dem Mac verfügbar ist, geht aus den Versionshinweisen nicht hervor.
Die größere Einschränkung für Leser hierzulande ist die Sprache: Apple gibt ausdrücklich „US English only“ an. Einen Zeitplan für Deutsch oder andere Sprachen hat das Unternehmen nicht veröffentlicht. Ob sich die Funktion mit deutscher Systemsprache oder in der EU überhaupt aktivieren lässt, sagt Apple ebenfalls nicht. Erfahrungen mit anderen KI-Funktionen mahnen zur Geduld: Die neue Siri AI ist auf iPhone und iPad in der EU weiterhin nicht verfügbar.
Was kostet der Assistent in Deutschland?
Pages, Keynote und Numbers bleiben grundsätzlich kostenlos. Der KI-Assistent ist aber an ein Abo von Apple Creator Studio gebunden. Das Paket hat Apple im Januar 2026 vorgestellt; es bündelt Profi-Apps wie Final Cut Pro, Logic Pro und Pixelmator Pro sowie Motion, Compressor und MainStage. Für Pages, Keynote, Numbers und Freeform verspricht Apple darin Premium-Vorlagen, eine Bibliothek lizenzfreier Fotos und Grafiken sowie KI-Funktionen.
| Apple Creator Studio | Deutschland | USA |
|---|---|---|
| Monatsabo | 12,99 € | 12,99 $ |
| Jahresabo | 129 € | 129 $ |
| Studierende und Lehrkräfte | 2,99 €/Monat oder 29 €/Jahr | 2,99 $/Monat |
| Gratis-Testphase | 1 Monat (3 Monate beim Kauf eines neuen Geräts) | 1 Monat (3 Monate beim Kauf eines neuen Geräts) |
Die Euro-Preise stammen von Apples deutscher Creator-Studio-Seite. Ein Standard-Abo lässt sich per Familienfreigabe mit bis zu fünf weiteren Personen teilen. Wer nur den Schreibassistenten in Pages möchte, zahlt damit trotzdem für ein komplettes Kreativpaket.
Was bedeutet das für iWork-Nutzer?
Apple zieht mit diesem Schritt bei einer Entwicklung nach, die Microsoft mit Copilot in Word, Excel und PowerPoint und Google mit Gemini in Docs und Sheets längst vorgemacht haben. Auch OpenAI drängt in diesen Bereich: ChatGPT erstellt seit Mitte Oktober mit „Slides“ eigene Präsentationen.
Auffällig ist, dass Apple die KI-Funktionen nicht frei verfügbar macht, sondern sie zum Argument für ein Abo macht. Bisher waren die iWork-Apps vor allem deshalb beliebt, weil sie ohne Zusatzkosten auf jedem Apple-Gerät liefen. Für Nutzer in Deutschland ist die Frage nach dem Abo aber vorerst ohnehin theoretisch: Solange der Assistent nur Englisch versteht, ist er für deutschsprachige Dokumente kaum sinnvoll.
Häufige Fragen
Funktioniert der iWork-Assistent auf Deutsch?
Nein. Stand 23. Oktober 2026 ist die Beta auf US-Englisch beschränkt. Einen Termin für Deutsch hat Apple nicht genannt.
Ist der Assistent in Pages kostenlos?
Nein. Er setzt ein Abo von Apple Creator Studio voraus, das in Deutschland 12,99 € im Monat oder 129 € im Jahr kostet. Neue Abonnenten können es einen Monat gratis ausprobieren.
Welche iPhones und iPads werden unterstützt?
Nötig sind iOS 27 oder iPadOS 27 und ein Gerät mit Apple-Intelligence-Unterstützung.
Gibt es den Assistenten auch auf dem Mac?
Dazu macht Apple in den Versionshinweisen keine Angaben.











