Nothing greift mit seinem bislang teuersten Kopfhörer die Oberklasse an. Der Londoner Hersteller hat den Headphone (1) Pro vorgestellt, einen Over-Ear-Kopfhörer mit drei Treibern pro Ohrmuschel, stärkerer Geräuschunterdrückung und einem Gehäuse aus Aluminium, Titan und Glas. In Deutschland kostet er laut Nothing-Shop 349 Euro, der Verkauf startet am 29. September 2026. Wer am Dienstagvormittag bestellen wollte, stieß allerdings auf einen „Ausverkauft“-Hinweis bei beiden Farben.

Das Wichtigste im Überblick

PunktHeadphone (1) Pro
Preis Deutschland (UVP)349 €
Verkaufsstart29. September 2026
FarbenSchwarz, Weiß
Treiber40 mm dynamisch + 13 × 8 mm dynamisch + xMEMS
Geräuschunterdrückungbis 46 dB, 10 Mikrofone
Akkubis 68 h ohne ANC, bis 30 h mit ANC (AAC)
Schnellladen5 Minuten für bis zu 4 Stunden (ohne ANC)
VerbindungBluetooth 6.1, Multipoint, SBC/AAC/LDAC
KabelUSB-C (max. 24 Bit/192 kHz), 3,5-mm-Klinke
Gewicht / Schutz327 g / IP52
Nothing Headphone (1) Pro
Nothing Headphone (1) Pro349 €UVP Deutschland · zum Start ausverkauft
## Drei Treiber statt einem

Der zentrale Unterschied zum Vorgänger steckt in den Ohrmuscheln. Statt eines einzelnen Wandlers teilen sich drei Treiber das Frequenzspektrum: Ein 40-Millimeter-Treiber übernimmt den Bass, ein kleinerer 13 × 8 mm großer dynamischer Treiber kümmert sich um Mitten wie Stimmen und Instrumente, und für die Höhen sitzt ein xMEMS-Chip mit Silizium-Membran im Gehäuse. Solche MEMS-Lautsprecher kennt man bisher vor allem aus In-Ear-Modellen; in einem Over-Ear-Kopfhörer dieser Marke sind sie neu. Nothing gibt den Frequenzbereich mit 20 Hz bis 40 kHz an.

Abgestimmt hat Nothing den Klang gemeinsam mit den Metropolis Studios in London; beim Headphone (1) war noch der britische Lautsprecherbauer KEF beteiligt. In der App Nothing X lassen sich Bass- und Präzisionstreiber getrennt einstellen. Ein physischer Schalter am Kopfhörer setzt dagegen alle Klanganpassungen auf einen neutralen Flat-EQ zurück – gedacht für alle, die Musik abmischen, Videos schneiden oder schlicht unbearbeitet hören wollen.

Kabelgebunden spielt der Kopfhörer über USB-C verlustfrei bis 24 Bit/192 kHz ab, eine 3,5-mm-Buchse ist ebenfalls vorhanden. Kabellos stehen SBC, AAC und LDAC zur Verfügung.

ANC, Akku und Verarbeitung

Für die aktive Geräuschunterdrückung arbeiten zehn Mikrofone (fünf pro Seite), nach Herstellerangabe dämpft das System bis zu 46 dB. Hinzu kommen ein Transparenzmodus und eine adaptive Stufe. Der Akku soll ohne ANC bis zu 68 Stunden, mit ANC bis zu 30 Stunden durchhalten – jeweils mit AAC gemessen. Fünf Minuten am Kabel reichen laut Nothing für rund vier Stunden Wiedergabe.

Der weiße Nothing Headphone (1) Pro in der Seitenansicht
Bild: Nothing

Optisch bleibt Nothing bei seinem durchsichtigen Designmotiv, setzt aber auf gehärtetes Panda Glass (9H) statt Kunststoff. Der Rahmen ist aus Aluminium gefräst, die Bügel bestehen aus einer Titanlegierung. Mit 327 Gramm gehört das Modell nicht zu den leichtesten seiner Klasse. Bedient wird über physische Elemente: Ein Drehrad regelt Lautstärke und ANC-Modus, eine Wippe springt zwischen Titeln, eine weitere Taste ist frei belegbar. Die Ohrpolster lassen sich tauschen, im Karton liegen ein Hardcase sowie Klinken- und USB-C-Kabel.

Was ändert sich gegenüber dem Headphone (1)?

Vergleichstabelle Nothing Headphone (1) Pro und Headphone (1)
Grafik: dasTECHNO · Daten: Nothing

Die meisten Werte gehen nach oben: mehr Treiber, mehr Mikrofone, vier Dezibel mehr ANC. Einen Rückschritt gibt es beim Akku, der ohne ANC auf 68 statt 80 Stunden kommt. Wer in erster Linie lange Laufzeiten sucht und auf die Studio-Funktionen verzichten kann, ist mit dem günstigeren Vorgänger weiterhin gut bedient – zumal der Headphone (1) im Handel inzwischen oft unter seiner ursprünglichen UVP von 299 Euro angeboten wird.

Einordnung für Käufer in Deutschland

Mit 349 Euro positioniert Nothing den Pro unterhalb dessen, was Sony, Bose und Apple zum Marktstart für ihre Top-Kopfhörer aufrufen, liegt aber klar im Premiumbereich. Die Argumente sind weniger klassische Komfortmerkmale als Werkzeuge für Kreative: Flat-EQ-Schalter, Hi-Res über USB-C und getrennt einstellbare Treiber. Ob die drei Treiber und das ANC im Alltag halten, was die Datenblätter versprechen, müssen ausführliche Praxistests zeigen – wir haben das Gerät nicht selbst ausprobiert, alle Angaben stammen vom Hersteller.

Praktisch für Android- und Windows-Nutzer: Google Fast Pair und Microsoft Swift Pair werden unterstützt, dazu Multipoint mit zwei Geräten und Auracast. Nothing nennt Kompatibilität ab iOS 13 und Android 8.0. Wie Apple die Klanganpassung bei eigenen Kopfhörern gelöst hat, zeigt unser Überblick zum AirPods-Equalizer unter iOS 27. Wer eher einen kabelgebundenen In-Ear mit ANC sucht, findet bei den Bose Noise Cancelling Wired Earbuds eine Alternative.

Häufige Fragen

Was kostet der Nothing Headphone (1) Pro in Deutschland?

Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 349 Euro. Angeboten wird er in Schwarz und Weiß.

Ab wann ist der Kopfhörer erhältlich?

Der Verkauf startet am 29. September 2026 im Nothing-Shop. Zum Start waren beide Farben dort als ausverkauft markiert; wann Nachschub kommt, hat Nothing nicht mitgeteilt.

Wie lange hält der Akku?

Laut Nothing bis zu 68 Stunden ohne und bis zu 30 Stunden mit Geräuschunterdrückung. Fünf Minuten Laden sollen für etwa vier Stunden reichen.

Funktioniert der Kopfhörer auch mit Kabel?

Ja. Er lässt sich per 3,5-mm-Klinke oder über USB-C anschließen; über USB-C ist verlustfreie Wiedergabe bis 24 Bit/192 kHz möglich.

Lohnt sich der Aufpreis gegenüber dem Headphone (1)?

Das hängt vom Einsatz ab. Mehr Treiber, stärkeres ANC und hochwertigere Materialien sprechen für den Pro, die längere Akkulaufzeit und der niedrigere Straßenpreis für den Vorgänger.